Eigene Stimmung tracken leicht gemacht: Der Stimmungskalender Year in Pixels

Kennt ihr das? Wenn ihr auf die letzten Wochen und Monate zurück blickt, denkt ihr: Arbeit, Arbeit, nichts als Arbeit? Die Wochen und Monate verschwimmen in unseren Erinnerungen zu einer Aneinanderreihung von stressigen und tristen Ereignissen. Es mag vielleicht einige schöne Tage gegeben haben, aber wir sind in der Regel davon überzeugt, wir hätten zu wenige Momente des Hoffnungsschimmers erlebt.

So sind wir nun mal, wir Menschen. Negative Erlebnisse prägen sich uns eher ein als positive Erinnerungen. Ohne eine entgegengesetzte Konditionierung dominieren unsere negativen Erinnerungen und beherrschen unseren Blick auf die Vergangenheit.

Vor einigen Jahren führte ich eine Zeit lang ein Erfolgsbuch. Schon damals überraschte mich das Erfolgsbuch. Es zeigte mir, dass ich jeden Monat mehr Erfolge und schöne Erlebnisse vorzuweisen hatte, als mir in Erinnerung blieben.

Als ich vor etwa 3 Monaten dachte, die letzten Monate seien im Großen und Ganzen nur stressig gewesen, ahnte ich bereits, dass meine Wahrnehmung nicht stimmen konnte.

Um der Sache auf die Spur zu kommen, wollte ich mein morgendliches Wohlbefinden tracken. Ich kannte bereits lange vorher das sogenannte Year in Pixels von PassionCarnets und das Konzept gefiel mir für mein Vorhaben:

Das Konzept funktioniert folgendermaßen: Auf einem karierten Blatt werden die Tage der Monate in Form von kleinen Quadraten untereinander eingezeichnet. Jedes Quadrat steht dabei für einen Tag. Am Ende des jeweiligen Tages wird bestimmt, ob der Tag für einen gut oder schlecht gelaufen ist und färbt das jeweilige Quadrat mit einer vorher fest definierten Farbe: z.B. rot für glücklich und blau für traurig.

Um zu sehen, ob das Konzept für mein Vorhaben, mein morgendliches Wohlbefinden nachzuverfolgen, geeignet war, wollte ich das Konzept zunächst für 3 Monaten testen.
Ich habe den Stimmungskalender schön zentral und gut sichtbar an der Wohnzimmertür angebracht und die Farbstifte dafür extra daneben angebracht, um mich ja jeden Tag daran zu erinnern.
Abweichungen vom ursprünglichen Konzept waren unter anderem:

  • Ich habe genügend Abstand zwischen den Quadraten der jeweiligen Monate gelassen
  • Ich habe lediglich 3 Farben (grün-gelb-rot) für 3 Stimmungen (glücklich-unmotiviert-unglücklich) gewählt, um das Konzept einfach zu halten
  • Die Farben zeigten nur das morgendliche Wohlbefinden an, nicht die Stimmung für den ganzen Tag
Year in Pixels: Stimmungskalender der letzten zwei Monate

Warum nur für den Morgen? Ich bin der Überzeugung, dass ein guter Start in den Tag, also ein guter Morgen, maßgeblich zu einem guten Tag beiträgt, also fange ich erstmal mit der morgendlichen Überwachung an 😀

Wer Probleme mit Entscheidungen hat und das eigene Leben lieber vereinfachen statt verkomplizieren möchte, versucht lieber, weniger Elemente einzubringen wie z.B. weniger Farben. Hat zwar den Nachteil, dass weniger zwischen den verschiedenen Stimmungen differenziert werden kann, aber fürs Erste wollte ich ja sehen, ob das Konzept überhaupt etwas für mich ist.
Nach etwa zwei Monaten muss ich gestehen, dass mir so ein Stimmungskalender ziemlich gut gefällt. Mein Stimmungskalender hat mir viele hilfreiche Einblicke ermöglicht. Er hat mir dabei geholfen, zu erkennen, welche Angewohnheiten zu einem besseren Morgen geführt haben und welche Tätigkeiten dafür sorgten, dass die Stimmung bei mir ins Negative umschlug.

All diese Informationen helfen mir inzwischen dabei, darauf zu achten, was ich morgens mache und helfen mir hoffentlich gute Angewohnheiten zu festigen und langfristig in Routinen umzuwandeln.
Hier einige meiner Einblicke, die ich mit Euch teilen möchte:

  • Im Rückblick erkenne ich, dass die meisten Morgen doch angenehm und stressfrei starten
  • Ein spätes Frühstück gehört für einen motivierenden Morgen dazu, wenn auch nicht gleich nach dem Aufstehen, bitte! Sonst entwickelt sich das zu einem Pflichtgefühl und da wird der Tag gleich gelb/unmotiviert.
  • Unmotivierend sind auch Diskussionen zu wichtigen Themen, z.B. Rassimus, Sexismus, Diskriminierung. Diskussionen zu solchen Themen brauchen viel Konzentration und Durchhaltevermögen und eine morgendliche Diskussion darüber kann ziemlich kräftezehrend sein.
  • Für mich wichtige Termine wie z.B. Messen, zu denen ich ungern auch nur 1 Minute zu spät sein möchte, scheinen bei mir prinzipiell zu roten Tagen zu führen ^^° Wenn eine weitere Person mitgeht und ich im Vergleich zu dieser Person viel ungeduldiger bin, führt das unter Umständen zu einer katastrophalen Stimmung ._. Hier muss ich noch schauen, wie ich so etwas vorbeugen kann *seufz*
  • sehr frühe Termine führen i.d.R. zu gelben Tagen
  • Reisen in andere Städte führen meist in den nachfolgenden Tagen zu gelben (unmotivierten) Tagen
    • das Reisen ist zumindest per Auto sehr anstrengend und führt zu Verspannungen und schlechtem Schlaf u.a. vielleicht wegen ungewohnter Umgebung, Bett, morgendlichen Angewohnheiten, etc.
  • Arbeiten an persönlichen Projekten wie z.B. für die eigene Webseite oder Erfolge beim Computerspiel helfen immens zur Verbesserung der Morgenstimmung
  • Ausschlafen trägt nicht immer zu einem guten Morgen bei
    • kann aber nach einer langen und auszehrenden Woche den Morgen oder die Morgen der Folgetage verbessern
  • wenn eine lange unmotivierte (gelbe) Phase erfolgt, ist es schwer, da raus zu kommen
    • hier bedarf es aktiver Nachhilfe
  • Unterscheidung zwischen gelben und grünen Tagen kann schwer sein, Unterscheidung zwischen gelb und rot ist meist eindeutig
  • meine Musikliste mit Evergreens hilft den Morgen etwas grüner zu gestalten ;D
  • womöglich offensichtlich: Krankheiten können die Stimmung massiv beeinflussen!!!

Für das nächste Jahr will ich den Stimmungskalender auf jeden Fall weiterführen, da meine guten „Angewohnheiten“ noch nicht gefestigt und konditioniert sind 😀

Einige Änderungen möchte ich am Stimmungskalender für die Zukunft trotzdem noch vornehmen. Da die Unterscheidung zwischen einem grenzwertig gelben und grünen Morgen schwierig sein kann, werde ich hierfür eine weitere Farbe einführen. Zudem will ich die Namen der Wochentage oder zumindest die Positionen der Wochenenden und Feiertage abgekürzt eintragen, um zu sehen, ob die Wochentage einen Einfluss auf die Stimmung haben.
Ich habe mir auch überlegt, ob vielleicht weitere Symbole/Buchstaben interessant sein könnten, welche bei Bedarf neben den Quadraten eingezeichnet werden könnten. Beispielsweise ein K für Krankheit, R für Reisen etc. Das K für Krankheiten ist nicht nur im Normalfall interessant, auch für Personen mit chronischen Erkrankungen kann der Buchstabe K oder auch ein anderer Buchstabe zur genaueren Differenzierung hilfreich sein. Beispiele hierfür wären chronische Erkrankungen wie Migräne, Depressionen, Rheuma/Arthritis, Multiple Sklerose etc.

Neben dem Weiterführen des Stimmungskalenders habe ich auch die Überlegung einen Schlafkalender zu beginnen, zunächst für einen Monat ausgelegt. Auf der Suche nach einem geeigneten Layout für den Schlafkalender bin ich darauf gestoßen:

Ein Beitrag geteilt von Silvia (@silviasbujo) am

Allerdings würde ich auch hier etwas mehr Platz zwischen den Tagen einführen wollen, um Platz zu schaffen für Erläuterungen für eventuelle Unterbrechungen in Form von Buchstaben oder Symbolen.

Hier habe ich mir ein bisschen mehr Gedanken gemacht, für welche Menschen so ein Schlafkalender noch interessant sein könnte.
Mal angenommen, jemand leidet unter einer chronischen Krankheit, bei der der Schlaf durch Schübe massiv gestört werden kann, z.B. Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Epilepsie, Restless-Legs-Syndrom etc.
Hier können Betroffene einen Schlafkalender führen und die genaue oder ungefähre Uhrzeit markieren, bei der sie aus dem Schlaf gerissen wurden.
Unabhängig von einer Krankheit kann auch beim Schlafkalender noch dokumentiert werden, was wenige Stunden vor dem Schlaf getan wurde, um zu schauen, ob diese Faktoren einen Einfluss auf die Qualität/Quantität des Schlafes und des folgenden Morgens haben:
Habe ich etwas gegessen, was habe ich gegessen, habe ich zu viel Flüssigkeit kurz vor dem Schlaf zu mir genommen und musste deswegen nachts öfter die Toilette aufsuchen? Spielte Alkohol eine Rolle? Kann eine geänderte Verhaltensweise vor dem Schlaf meine Schlafqualität und den nächsten Morgen verbessern? Beispielsweise 2 Stunden vor dem Schlaf wenig oder nichts trinken/essen?
Natürlich muss so ein Schlafkalender etwas länger geführt werden, um eventuelle Stressfaktoren zu identifizieren, das eigene Verhalten zu ändern und nochmal zu schauen, ändert sich etwas an meinem Schlafverhalten und wenn ja was?

Ich bin mal gespannt, ob ich sowohl den Stimmungskalender für den Morgen und den Schlafkalender gleichzeitig für längere Zeit führen kann und ob ich dem Ganzen etwas abgewinnen kann. Habt ihr schon irgendwelche Erfahrungen oder Konzepte, die für euch gut funktionieren?

PS: In dem nächsten Beitrag „Vorlage für einen #MoodTracker & #SleepTracker“ findet ihr Excel- und PDF-Vorlagen für einen eigenen Stummungs- und Schlafkalender.

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Ein Gedanke zu „Eigene Stimmung tracken leicht gemacht: Der Stimmungskalender Year in Pixels

  • 18/12/2017 um 9:05 pm
    Permalink

    Hallo Melem,

    Das hört sich sehr interessant an besonders der Schlafkalender. In letzter Zeit habe ich Schlafstörungen besonders wenn ich am nächsten Tag früh aufstehen muss.
    Ich würde gerne so einen Kalender erstellen, hilfst du mir dabei? Der andere Kalender hört sich auch sehr intressant an. Für das neue Jahr ist das auf alle Fälle ein guter Vorsatz.

    Liebe Grüße yokiko

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