Erfahrungen mit dem #MoodTracker & #SleepTracker +Überarbeitung

Erfahrungen mit dem #MoodTracker & #SleepTracker +Überarbeitung

Inzwischen ist einiges an Zeit vergangen, seitdem ich euch das Konzept des Stimmungskalenders vorgestellt & Vorlagen für einen Stimmungskalender und einen Schlafkalender hochgestellt habe. So hatte ich auch Zeit, die Vorlagen selbst für einige Monate auf Stärken und Schwächen zu testen.

Zunächst einmal zum Stimmungskalender:

Nach vier Monaten Führen eines Stimmungskalenders habe ich wichtige Erkenntnisse daraus gewonnen.

Der Stimmungskalender war ja als Idee konzipiert, um die eigene Stimmung am Morgen nachverfolgen zu können. Besonders in stressigen Phasen hatte ich das Gefühl, mein Leben bestünde nur aus schlechtgelaunten oder unmotivierten Tagen und dass der Morgen einen besonderen Einfluss auf die Qualität des laufenden Tages hätte. Seit dem Führen des Stimmungskalenders kann ich jedoch sagen, dass die meisten Morgen doch gut starten und mein Leben doch nicht aus einer Aneinanderreihung von schlecht beginnenden Tagen besteht. Der Stimmungskalender hat mir gezeigt, welche Aktivitäten morgens dazu beitragen, dass sich der Morgen angenehm und entspannt anfühlt und welche Aktivitäten zum Kippen der Stimmung beitragen, so z.B. Frühstück/Essen für die Arbeit vorbereiten oder unerledigte Tätigkeiten auf den letzten Drücker kurz vor dem Verlassen des Hauses erledigen. Weiterlesen

Die biologischen Funktionen einer Zelle einfach erklärt

Die biologischen Funktionen einer Zelle einfach erklärt

Schon mal versucht, jemandem die Funktionen der DNA Replikation, der Transkription und der Translation zu erklären? Als Biologin stecke ich manchmal so tief in der Materie, dass ich beim Erklären eines Sachverhalts meines Fachgebiets vergesse, das Verständnis meines Gegenübers in den Vordergrund zu stellen.

Was nützt es einer Person, wenn ich den Prozess der DNA Replikation erkläre, aber der Person nicht verständlich mache, warum dieser Prozess notwendig ist? Jede Person kann die ganze Maschinerie der Transkription & Translation auswendig lernen, aber spätestens nach der Klausur ist das auswendiggelernte Wissen weg. Wenn doch nur zumindest der Zweck dieser Prozesse hängenbleiben würde, wäre schon viel erreicht.

Ich habe letztens versucht, die Prozesse der DNA Replikation, Transkription und Translation einer Person zu vermitteln, die schon seit einer Weile keine Berührung mehr mit diesen Themen hatte.

Im Laufe meiner Erklärungsversuche wurde mir wieder vor Augen geführt, wie wichtig es ist, sich zu vergegenwärtigen, wer mein Publikum ist. Welches Wissen bringt es mit? Das ist entscheidend bei der Frage, wie ich einen Sachverhalt am besten vermitteln kann. Kennt ihr das: Als Experte in einem Thema passiert es oft, dass wir schnell einen Punkt der Frustration erreichen, wenn wir das Gefühl haben, unser Gegenüber würde unsere Erklärungen nicht verstehen? Wir müssen uns bewusst werden, dass die Problematik oft genug auf unsere Seite liegt: Wir haben nicht gelernt, das Publikum und sein Vorwissen in den Vordergrund zu stellen. Beim Erklären eines Sachverhalts ist die schwierigste Frage nicht die Frage des Gegenübers sondern die Frage, wie vermittle ich als Erklärende mein Wissen am besten an das derzeitige Publikum? Denn Schlussendlich geht es mir darum, nicht mein Wissen oder mich in den Vordergrund zu stellen, sondern die fragende Person.

Ich habe mal versucht, meine Erklärungen zu den Themen DNA Replikation, Transkription und Translation zu rekonstruieren und hier (in verbesserter Form) festzuhalten. Es wäre schön, wenn ihr mir eure Meinung dazu sagen könntet, vielleicht sogar eure eigene Version der Prozesse?

 

DNA Replikation:

Bevor wir ins Detail gehen, einige wichtige Fragen überhaupt:

Weißt du, was die DNA ist?

Bibliothek als Metapher für die DNA

Stelle dir die DNA wie eine Bibliothek vor. Du betrittst die Bibliothek und siehst viele Regale. Aber in den Regalen sind anscheinend keine Bücher drin sondern etwas anderes. Du gehst auf das Regal mit der Nummer 15 zu und siehst, dass das Regal vollgestopft ist mit großen weißen Blättern, dicht an dicht. Du bist neugierig und ziehst vorsichtig ein großes Blatt heraus. Es ist ein Bauplan! Aber anstatt eines Bauplans eines Gebäudes zeigt dir dieser Bauplan, wie du braune Augen bekommst. Du legst den Bauplan zurück und gehst weiter zum Regal mit der Nummer 8. Hier ziehst du ein weiteres Blatt heraus und findest einen Bauplan der erklärt wie du es schaffst, 1.60 Meter groß zu werden. Weiterlesen

Weltlesereise, nächster Halt: Oxford & Istanbul

Weltlesereise, nächster Halt: Oxford & Istanbul
Nächster Halt meiner Weltlesereise: Oxford & Istanbul.

Die zweite Station meiner Weltlesereise führte mich mit „Am Ende bleiben die Zedern“ von Pierre Jarawan nach Libanon. Das Buch war für mich auf vielerlei Weise eine abenteuerreiche Reise.

Die Geschichte handelt von Samir, dessen Eltern vor dem libanesischen Bürgerkrieg nach Deutschland flohen. Samir wächst zunächst behütet auf und erlebt eine idyllische Kindheit in Deutschland, bis sein Vater spurlos verschwindet. Dies ist der Auftakt zum Beginn einer schmerzhaften Lebensphase Samirs, in der er heranwächst und sich aufgrund der er sich Jahre später auf die Suche nach dem Vater machen muss, um sein Leben wieder in den Griff zu bekommen. Alles weist darauf hin, dass er nur im Libanon der Wahrheit und damit seinem Vater auf die Spur kommen kann.

Am Rande der bewegenden Geschichte erfuhr ich einiges über den libanesischen Bürgerkrieg und die politische Dynamik des Nahen Ostens. Besonders aufschlussreich waren die historischen Hintergrundinformationen in Bezug zu den palästinensischen Flüchtlingen im Libanon im Zuge des israelisch-palästinensischen Konflikts. Bis dato war mir nicht so klar, wie sehr die palästinensische Diaspora und ihre Auswirkungen die libanesische Geschichtsschreibung beeinflusst haben.

Wie sehr die komplexen religiösen und politischen Dynamiken ineinander verflochten waren, die sich unweigerlich im libanesischen Bürgerkrieg entluden, wurde mir als Leserin auf eine nicht aufdringliche Art und Weise vermittelt. Dem Autor ist es hervorragend gelungen, historische Tatsachen in eine spannende erzählerische Handlung zu verpacken, bei der es nach wie vor vordergründig um Samirs Suche nach seinem Vater geht. Weiterlesen

Weltlesereise, nächster Halt: Libanon

Weltlesereise, nächster Halt: Libanon
Nächster Halt meiner Weltlesereise: Beirut, Libanon

Vor etwa einer Woche erzählte ich euch von meiner Lese-Challenge „Around the World“ und meinem ersten Halt in Nigeria, Lagos mit dem Buch „Lagune“ von Nnedi Okorafor. Das Buch reichte zwar nicht an große Science Fiction Romane wie den Dune-Zyklus heran, aber es hat meinen Appetit auf mehr Afrofuturismus geweckt. Nur muss ich erstmal recherchieren, wie die Literaturwelt des Afrofuturismus‘ aussieht und ein passendes Buch finden.

Bevor ich wieder nach Afrika reise, geht die Reise deshalb erstmal in Vorderasien weiter. Mit „Am Ende bleiben die Zedern“ von Pierre Jarawan geht es von Deutschland nach Beirut, Libanon.

Am Ende bleiben die Zedern von Pierre Jarawan

Über das Buch habe ich das erste Mal im Blog Kaffeehaussitzer (Uwe Kalkowski) gelesen. Spannend an diesem Buch fand ich die Thematik der Sehnsucht nach einer vermeintlichen Heimat der in Deutschland geborenen Kinder einer Flüchtlingsgeneration. Obwohl diese Kinder hier geboren und/oder ausgewachsen sind, machen sie sich die Sehnsucht nach der elterlichen Heimat durch die wiederholten und lebendigen Erzählungen der Eltern unbewusst zu eigen.

Ich selbst kenne dieses Gefühl und habe in meinem Artikel „Heimat – was am Ende übrig bleibt“ diese Zwiespalt thematisiert. Schon die ersten Seiten des Buches „Am Ende bleiben die Zedern“ rufen in mir Erinnerungen wach von erwachsenen Menschen, die mit glänzenden Augen und einem melancholischen Ton von ihrer Heimat erzählen und ihre Sehnsüchte auf mich als Kind übertrugen. Als Kind ist es schwer, die eigenen Wünsche, Gedanken und Sehnsüchte von denen der nahestehenden Erwachsenen zu unterscheiden. Kinder sind besonders empfänglich für die geäußerten Sehnsüchte ihrer Umgebung. Solche lebendigen Erzählungen beflügeln ihre kindliche Fantasie und bergen die Gefahr in sich, Kinder in Bezug auf ihre eigenen Wünschen und Gedanken so sehr zu beeinflussen, dass später eine Identitätskriese folgen kann. Was sind meine eigenen Wünsche, was sind die Wünsche meiner Eltern? Wer bin ich und was will ich? Wo gehöre ich hin?

Ich bin gespannt, wie der Protagonist Samir El-Hourani mit diesen Diskrepanzen umgehen und ob er letztendlich eine Lösung für sich finden wird.

 

Wie gesellschaftliche Tabus Wiederbelebungsmaßnahmen stören oder gar verhindern

Wie gesellschaftliche Tabus Wiederbelebungsmaßnahmen stören oder gar verhindern
Herzdruckmassage an einer Modellpuppe mit männlichem Torso von Rama. Lizenz: Attribution-ShareAlike 2.0 France (CC BY-SA 2.0 FR); unverändert; Die Originaldatei ist hier zu finden.

Wart ihr schon mal bei einem Erste-Hilfe-Kurs oder habt ihr womöglich sogar mal eine Herz-Lungen-Wiederbelebung miterlebt? Wenn nicht, habt ihr wahrscheinlich zumindest im Fernsehen schon mal eine Wiederbelebungsmaßnahme gesehen und was man da so sieht, haben wohl auch die meisten als Bild einer Wiederbelebung im Notfall im Kopf.

Ich habe mir mal die Zeit genommen, nach Herz-Lungen-Wiederbelebung, Herzmassage, CPR, Wiederbelebung etc. in Google Bilder zu suchen. Ist euch auch schon mal aufgefallen, dass die auf dem Boden liegenden „betroffenen“ Personen meist Männer waren? Oder wenn sie Frauen waren, im Vergleich zu den männlichen Vorführpersonen immer oben vollständig bekleidet waren, während männliche Vorführpersonen häufig mit nacktem Oberkörper gezeigt werden? Frauen werden höchstens im Badeanzug gezeigt, oftmals als Beispiel einer Ersthelfervorführung von Rettungsschwimmern. Und die Modellpuppen scheinen ja alle nur einen männlichen Torso zu haben… Weiterlesen

Weltlesereise – Melem reist mit Büchern um die Welt

Weltlesereise – Melem reist mit Büchern um die Welt

Seitdem ich in der Buch-Bloggerszene rumstöbere, bin ich auf einige spannende Lese-Challenges gestoßen und wollte mich dieses Jahr auch mal an so eine Herausforderung heranwagen. Die Challenge heißt „Around The World“ und sie lädt dazu ein, als Weltenbummlerin verschiedene Schauplätze unserer Welt mit Büchern zu bereisen. Da ich mir in den letzten Monaten vorgenommen hatte, mehr Bücher von Writers of Color und internationalen SchriftstellerInnen zu lesen, reiht sich diese Weltlesereise schön in mein vorangegangenes Vorhaben ein.

Eine Liste für das ganze Jahr habe ich dazu nicht erstellt und das werde ich auch nicht. Ich werde lediglich beim Kauf neuer Bücher auf das eine oder andere Detail achten und versuchen, bewusst solche Bücher zu kaufen. Neben der Tatsache, dass der Schauplatz im Ausland spielen sollte, möchte ich zwei weitere Kriterien ins Auge fassen:

  • Ich will darauf achten, mehr von weiblichen Writers of Color zu lesen
  • Ich will mehr von SchriftstellerInnen aus dem afrikanischen, südamerikanischen oder asiatischen Raum lesen

Meine nächste und erste Reise beginnt schon in Lagos in Nigeria, der bevölkerungsreichsten Stadt Afrikas und einer der bevölkerungsreichsten der Welt. Es handelt sich um ein Science-Fiction Buch und heißt „Lagune“ von Nnedi Okorafor, einer nigerianisch-amerikanischen Schriftstellerin und Professorin für Creative Writing an der University of Buffalo.

Lagune von Nnedi Okorafor

Ich freue mich schon auf die Weltreise!

Update:

-> nächster Halt ist im Libanon mit „Am Ende bleiben die Zedern“ von Pierre Jarawan

Vorlage für einen #MoodTracker & #SleepTracker

Vorlage für einen #MoodTracker & #SleepTracker

Update: Ich habe hier in dem Artikel „Erfahrungen mit dem #MoodTracker & #SleepTracker +Überarbeitung“ zu meinen Erfahrungen nach vier Monaten Führen des Stimmungs-/Schlafkalenders geschrieben.

Im vorherigen Eintrag „Eigene Stimmung tracken leicht gemacht: Der Stimmungskalender Year in Pixels“ habe ich euch von meinen Erfahrungen über das Führen eines Stimmungskalenders erzählt. Da mir das Konzept sehr gefiel, wollte ich ein Stimmungskalender und zusätzlich auch ein Schlafkalender für das nächste Jahr erstellen.

Ich habe zwei Excel-Datein erstellt, die ich euch als Vorlage hier hochgestellen habe:

Hier der Schlafkalender und hier der Stimmungskalender (Excel-Datei)

Auch Als PDF-Datein: Schlafkalender und hier der Stimmungskalender (PDF-Datei-Datei)

Hier eine Version, bei der die Einträge ab Mitternacht beginnen: Hier die PDF-Datei des Schlafkalenders und hier die Excel-Datei des Stimmungskalenders

Ich hoffe, die Vorlagen werden euch helfen! Vielleicht erzählt ihr mir dann mal von euren Erfahrungen, ich würde mich riesig über ein Feedback freuen :)

Ansonsten habe ich die Vorlagen für eine Vorführung mal ausgedruckt und beispielhaft ausgefüllt. Weiterlesen

Eigene Stimmung tracken leicht gemacht: Der Stimmungskalender Year in Pixels

Eigene Stimmung tracken leicht gemacht: Der Stimmungskalender Year in Pixels

Kennt ihr das? Wenn ihr auf die letzten Wochen und Monate zurück blickt, denkt ihr: Arbeit, Arbeit, nichts als Arbeit? Die Wochen und Monate verschwimmen in unseren Erinnerungen zu einer Aneinanderreihung von stressigen und tristen Ereignissen. Es mag vielleicht einige schöne Tage gegeben haben, aber wir sind in der Regel davon überzeugt, wir hätten zu wenige Momente des Hoffnungsschimmers erlebt.

So sind wir nun mal, wir Menschen. Negative Erlebnisse prägen sich uns eher ein als positive Erinnerungen. Ohne eine entgegengesetzte Konditionierung dominieren unsere negativen Erinnerungen und beherrschen unseren Blick auf die Vergangenheit.

Vor einigen Jahren führte ich eine Zeit lang ein Erfolgsbuch. Schon damals überraschte mich das Erfolgsbuch. Es zeigte mir, dass ich jeden Monat mehr Erfolge und schöne Erlebnisse vorzuweisen hatte, als mir in Erinnerung blieben.

Als ich vor etwa 3 Monaten dachte, die letzten Monate seien im Großen und Ganzen nur stressig gewesen, ahnte ich bereits, dass meine Wahrnehmung nicht stimmen konnte.

Um der Sache auf die Spur zu kommen, wollte ich mein morgendliches Wohlbefinden tracken. Ich kannte bereits lange vorher das sogenannte Year in Pixels von PassionCarnets und das Konzept gefiel mir für mein Vorhaben: Weiterlesen

Eine Berlinerin über das Holocaust-Mahnmal in Berlin

Eine Berlinerin über das Holocaust-Mahnmal in Berlin
Panorama view Memorial to the Murdered Jews of Europe in Berlin von Quid pro quo. Lizenz: Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 nicht portiert“; unverändert; Die Originaldatei ist hier zu finden.

Im Zuge der Aktion der Künstlergruppe „Zentrum für Politische Schönheit“ habe ich oft die Aussage gelesen, dass die Beton-Stelen des Holocaust-Mahnmals in Berlin hässlich sind. Ich habe gedacht, diese Menschen würden die Symbolik dahinter meinen, da ich als Berlinerin die Stelen nie als hässlich empfunden habe und bei oberflächlicher Überlegung nie darauf gekommen bin, dass die Menschen diese Aussage auch so wörtlich gemeint haben könnten. Ich habe diese Aussage als Verharmlosung der historischen Tatsachen oder als Zeichen des Antisemitismus betrachtet. Als ich jedoch eine ähnliche Aussage von einer Person hörte, die ich gut kannte, war ich zunächst schockiert, habe jedoch bei der Diskussion dann verstanden, dass diese Aussage sich tatsächlich auf den empfunden Schönheitsaspekt bezieht. Weiterlesen

Starke historische Frauen in Buch & Film: Good Night Stories for Rebel Girls – 100 außergewöhnliche Frauen

Starke historische Frauen in Buch & Film: Good Night Stories for Rebel Girls – 100 außergewöhnliche Frauen


Nachdem ich so viel Positives in der Buchbloggerszene über das Buch „Good Night Stories for Rebel Girls – 100 außergewöhnliche Frauen“ gelesen habe, bin ich zur nächsten Buchhandlung gegangen, um mir das Buch einmal genauer anzuschauen. Es dauerte keine Minute und ich hatte mich Hals über Kopf in das Buch verliebt!

Hier werden 100 Frauen der unterschiedlichsten Zeitalter und Ethnien von unterschiedlichen Künstlerinnen porträtiert, mit einem kurzen Text auf der linken Seite und einer Abbildung auf der rechten Seite. Es werden Frauen aus ferner Vergangenheit aufgegriffen wie die Jingū, eine Kaiserin Japans, aber auch jüngere Heldinnen unserer Zeit wie Yusra Mardini, eine syrische Schwimmsportlerin, die 2016 mit der ersten Flüchtlingsmannschaft an den Olympischen Sommerspielen teilnahm.

Neben berühmten Frauen wie Amelia Earhart, Marie Curie und Virginia Woolf finden viele weitere Frauen Erwähnung, die ich zwar kannte, aber deren Leistungen ich spontan nicht ausreichend gewürdigt hätte: Julia Child, Coco Chanel, Maria Montessori, Nina Simone um hier nur ein paar zu nennen. Weiterlesen

Der stille Rückzug: Ein Erfahrungsbericht

Vor kurzem habe ich das Buch „Islam in der Krise: Eine Weltreligion zwischen Radikalisierung und stillem Rückzug“ von Dr. Michael Blume gelesen. Dieser Beitrag ist keine Rezension des Buches sondern eine Beschreibung des stillen Rückzugs der Muslime, den Dr. Blume in seinem Buch thematisiert. Ich kann jede Person, die Interesse an dem Thema hat und öfter über die Thematik diskutiert, empfehlen, das 192seitige Buch zu lesen.

„Warum dieser Beitrag?“ werden sich einige fragen. In einer Diskussion mit einigen Nicht-Musliminnen nach der Bucherscheinung ist mir zum ersten Mal richtig klar geworden, dass die meisten Nicht-Musliminnen sich nicht darüber im Klaren sind, wie sehr Musliminnen im Alltagsleben ihren religiösen „Pflichten“ nachgehen- bzw. den Vorstellungen von islamischen Vorschriften eben nicht nachgehen. Mir ist aufgefallen, dass die meisten Nicht-Musliminnen davon ausgehen, die meisten Religiösen würden tatsächlich ihren täglichen fünf Gebeten nachgehen, was mir ziemlich abstrus erschien. Denn ich kenne niemanden aus meiner und der noch jüngeren Generation, die diese religiösen Verordnungen so rigoros einhalten. Mehr als die Hälfte meines Bekanntenkreises betet sehr unregelmäßig im Monat, viele gar nicht mehr. Und wie sieht es mit den weiteren Pflichten aus? Um dies den Leuten zu verdeutlichen, wollte ich gerne diesen Beitrag schreiben und Dr. Blumes Erläuterungen zum stillen Rückzug der Muslim*innen genauer beschreiben und mit weiteren Beispielen weiter ausführen. Eine Freundin, die das Buch ebenfalls gerade liest, hat mir mit dem Text und vielen weiteren Beispielen aus ihren eigenen Erfahrungen und ihren Beobachtungen geholfen. Weiterlesen

Die Anfänge einer Bücherleserin

Girl Reading Book statue at library in Pleasanton, CA
Girl Reading Book statue at library in Pleasanton, CA von Jay Galvin. Lizenz: Creative Commons Attribution 2.0 Generic (CC BY 2.0); unverändert; Die Originaldatei ist hier zu finden.

Ich habe vor kurzem diesen alten Text gefunden, als ich in meinen alten Unterlagen gekramt habe. Dabei handelt sich um einen Text für die Schülerzeitung, für die einige Schüler ihre Leseerlebnisse beschrieben haben. Ich dachte, ich teile meine ersten Erfahrungen mit Büchern hier mit euch. Würde mich freuen, wenn ihr auch von euren Erfahrungen berichten würdet :)

 

Ihre helle Stimme hob sich, sodass sie bis zur hintersten Ecke des lichtdurchfluteten Klassenraumes drang; voll mit Leben erzählte sie von Abenteuern, drängte sich in mein Ohr – und verabschiedete sich in Sekundenschnelle. Ich erinnere mich, wie mir das linke Auge in Intervallen zuckte und die Stimme der Lehrerin wie das lästige Summen der Biene in mein Ohr einsickerte und bald monoton wurde. Wie mich das anödete, wenn sie die Vorlesungsstunden ankündete! Am liebsten hätte ich meinen Kopf mit dem Tisch bekannt gemacht und dabei wäre es auch geblieben. Es wäre eine interessante und laute Bekanntschaft gewesen. Mein Kopf und der Tisch gesellen sich zusammen, und ich bin Gott weiß wo.

Bin ich ein Müßiggänger? Habe ich keine Beschäftigung? – Ja, es ist traurig … („Leonce und Lena“ von Georg Büchner)

Nach ein paar Seiten würde sie immer wieder für sechs Sekunden schweigen (Was die Leute nicht Alles aus Langeweile treiben!), aufblicken, mit ihren grauen, um die Winkel sanft gealterten Augen in die Runde blicken und fragen: „Was habt ihr mit geschlossenen Augen gesehen, während ich die paar Seiten gelesen habe?“
Ich an ihrer Stelle hätte gefragt, ob jemand eingeschlafen sei, denn wahrlich, durch die darauf folgende Stille hätte man doch meinen können, alle wären mit Freddy in der Traumwelt friedlich spazieren gegangen. Fast alle. Ein schmächtiger Arm mit weitem, dunklem Ärmel hob sich stets schüchtern empor und beantwortete die Frage mit einer erstaunlich detaillierten Wiedergabe, und ich fragte mich, ob er insgeheim das gleiche Exemplar des Buches unter dem Tisch versteckt aufgeschlagen habe. Streber. Wie oft ich doch versuchte, den Jungen mit Blicken aufzuspießen! Nicht nur, dass er ein super Gedächtnis besaß, nein, er sah auch komplett wie ein Idiot aus. Kaum zu glauben, dass jemand sich mit dermaßen in alle Himmelsrichtungen zerstrubbeltem, kurzem, nachtschwarzem Haar auf die Straße traute, mit einer drei Nummern zu großen Jeans und grünem Pulli. Zu allem Überfluss trug er auch noch eine runde Brille, deren Bügel tatsächlich mit Klebeband befestigt waren. „Streber. Bücherwurm.“ Das und ähnliches waren immer meine Gedanken, wenn ich Florian durch einen unglücklichen Zufall begegnen musste. Weiterlesen