Weltlesereise, nächster Halt: Oxford & Istanbul

Weltlesereise, nächster Halt: Oxford & Istanbul
Nächster Halt meiner Weltlesereise: Oxford & Istanbul.

Die zweite Station meiner Weltlesereise führte mich mit „Am Ende bleiben die Zedern“ von Pierre Jarawan nach Libanon. Das Buch war für mich auf vielerlei Weise eine abenteuerreiche Reise.

Die Geschichte handelt von Samir, dessen Eltern vor dem libanesischen Bürgerkrieg nach Deutschland flohen. Samir wächst zunächst behütet auf und erlebt eine idyllische Kindheit in Deutschland, bis sein Vater spurlos verschwindet. Dies ist der Auftakt zum Beginn einer schmerzhaften Lebensphase Samirs, in der er heranwächst und sich aufgrund der er sich Jahre später auf die Suche nach dem Vater machen muss, um sein Leben wieder in den Griff zu bekommen. Alles weist darauf hin, dass er nur im Libanon der Wahrheit und damit seinem Vater auf die Spur kommen kann.

Am Rande der bewegenden Geschichte erfuhr ich einiges über den libanesischen Bürgerkrieg und die politische Dynamik des Nahen Ostens. Besonders aufschlussreich waren die historischen Hintergrundinformationen in Bezug zu den palästinensischen Flüchtlingen im Libanon im Zuge des israelisch-palästinensischen Konflikts. Bis dato war mir nicht so klar, wie sehr die palästinensische Diaspora und ihre Auswirkungen die libanesische Geschichtsschreibung beeinflusst haben.

Wie sehr die komplexen religiösen und politischen Dynamiken ineinander verflochten waren, die sich unweigerlich im libanesischen Bürgerkrieg entluden, wurde mir als Leserin auf eine nicht aufdringliche Art und Weise vermittelt. Dem Autor ist es hervorragend gelungen, historische Tatsachen in eine spannende erzählerische Handlung zu verpacken, bei der es nach wie vor vordergründig um Samirs Suche nach seinem Vater geht. Mehr lesen

Weltlesereise, nächster Halt: Libanon

Weltlesereise, nächster Halt: Libanon
Nächster Halt meiner Weltlesereise: Beirut, Libanon

Vor etwa einer Woche erzählte ich euch von meiner Lese-Challenge „Around the World“ und meinem ersten Halt in Nigeria, Lagos mit dem Buch „Lagune“ von Nnedi Okorafor. Das Buch reichte zwar nicht an große Science Fiction Romane wie den Dune-Zyklus heran, aber es hat meinen Appetit auf mehr Afrofuturismus geweckt. Nur muss ich erstmal recherchieren, wie die Literaturwelt des Afrofuturismus‘ aussieht und ein passendes Buch finden.

Bevor ich wieder nach Afrika reise, geht die Reise deshalb erstmal in Vorderasien weiter. Mit „Am Ende bleiben die Zedern“ von Pierre Jarawan geht es von Deutschland nach Beirut, Libanon.

Am Ende bleiben die Zedern von Pierre Jarawan

Über das Buch habe ich das erste Mal im Blog Kaffeehaussitzer (Uwe Kalkowski) gelesen. Spannend an diesem Buch fand ich die Thematik der Sehnsucht nach einer vermeintlichen Heimat der in Deutschland geborenen Kinder einer Flüchtlingsgeneration. Obwohl diese Kinder hier geboren und/oder ausgewachsen sind, machen sie sich die Sehnsucht nach der elterlichen Heimat durch die wiederholten und lebendigen Erzählungen der Eltern unbewusst zu eigen.

Ich selbst kenne dieses Gefühl und habe in meinem Artikel „Heimat – was am Ende übrig bleibt“ diese Zwiespalt thematisiert. Schon die ersten Seiten des Buches „Am Ende bleiben die Zedern“ rufen in mir Erinnerungen wach von erwachsenen Menschen, die mit glänzenden Augen und einem melancholischen Ton von ihrer Heimat erzählen und ihre Sehnsüchte auf mich als Kind übertrugen. Als Kind ist es schwer, die eigenen Wünsche, Gedanken und Sehnsüchte von denen der nahestehenden Erwachsenen zu unterscheiden. Kinder sind besonders empfänglich für die geäußerten Sehnsüchte ihrer Umgebung. Solche lebendigen Erzählungen beflügeln ihre kindliche Fantasie und bergen die Gefahr in sich, Kinder in Bezug auf ihre eigenen Wünschen und Gedanken so sehr zu beeinflussen, dass später eine Identitätskriese folgen kann. Was sind meine eigenen Wünsche, was sind die Wünsche meiner Eltern? Wer bin ich und was will ich? Wo gehöre ich hin?

Ich bin gespannt, wie der Protagonist Samir El-Hourani mit diesen Diskrepanzen umgehen und ob er letztendlich eine Lösung für sich finden wird.

 

Wie gesellschaftliche Tabus Wiederbelebungsmaßnahmen stören oder gar verhindern

Wie gesellschaftliche Tabus Wiederbelebungsmaßnahmen stören oder gar verhindern
Herzdruckmassage an einer Modellpuppe mit männlichem Torso von Rama. Lizenz: Attribution-ShareAlike 2.0 France (CC BY-SA 2.0 FR); unverändert; Die Originaldatei ist hier zu finden.

Wart ihr schon mal bei einem Erste-Hilfe-Kurs oder habt ihr womöglich sogar mal eine Herz-Lungen-Wiederbelebung miterlebt? Wenn nicht, habt ihr wahrscheinlich zumindest im Fernsehen schon mal eine Wiederbelebungsmaßnahme gesehen und was man da so sieht, haben wohl auch die meisten als Bild einer Wiederbelebung im Notfall im Kopf.

Ich habe mir mal die Zeit genommen, nach Herz-Lungen-Wiederbelebung, Herzmassage, CPR, Wiederbelebung etc. in Google Bilder zu suchen. Ist euch auch schon mal aufgefallen, dass die auf dem Boden liegenden „betroffenen“ Personen meist Männer waren? Oder wenn sie Frauen waren, im Vergleich zu den männlichen Vorführpersonen immer oben vollständig bekleidet waren, während männliche Vorführpersonen häufig mit nacktem Oberkörper gezeigt werden? Frauen werden höchstens im Badeanzug gezeigt, oftmals als Beispiel einer Ersthelfervorführung von Rettungsschwimmern. Und die Modellpuppen scheinen ja alle nur einen männlichen Torso zu haben… Mehr lesen

Weltlesereise – Melem reist mit Büchern um die Welt

Weltlesereise – Melem reist mit Büchern um die Welt

Seitdem ich in der Buch-Bloggerszene rumstöbere, bin ich auf einige spannende Lese-Challenges gestoßen und wollte mich dieses Jahr auch mal an so eine Herausforderung heranwagen. Die Challenge heißt „Around The World“ und sie lädt dazu ein, als Weltenbummlerin verschiedene Schauplätze unserer Welt mit Büchern zu bereisen. Da ich mir in den letzten Monaten vorgenommen hatte, mehr Bücher von Writers of Color und internationalen SchriftstellerInnen zu lesen, reiht sich diese Weltlesereise schön in mein vorangegangenes Vorhaben ein.

Eine Liste für das ganze Jahr habe ich dazu nicht erstellt und das werde ich auch nicht. Ich werde lediglich beim Kauf neuer Bücher auf das eine oder andere Detail achten und versuchen, bewusst solche Bücher zu kaufen. Neben der Tatsache, dass der Schauplatz im Ausland spielen sollte, möchte ich zwei weitere Kriterien ins Auge fassen:

  • Ich will darauf achten, mehr von weiblichen Writers of Color zu lesen
  • Ich will mehr von SchriftstellerInnen aus dem afrikanischen, südamerikanischen oder asiatischen Raum lesen

Meine nächste und erste Reise beginnt schon in Lagos in Nigeria, der bevölkerungsreichsten Stadt Afrikas und einer der bevölkerungsreichsten der Welt. Es handelt sich um ein Science-Fiction Buch und heißt „Lagune“ von Nnedi Okorafor, einer nigerianisch-amerikanischen Schriftstellerin und Professorin für Creative Writing an der University of Buffalo.

Lagune von Nnedi Okorafor

Ich freue mich schon auf die Weltreise!

Update:

-> nächster Halt ist im Libanon mit „Am Ende bleiben die Zedern“ von Pierre Jarawan