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	<title>persönliche Werte &#8211; Melem Bayati</title>
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	<description>Alltagsnotizen einer Biologin</description>
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		<title>Eine Berlinerin über das Holocaust-Mahnmal in Berlin</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Mariam Al Bayati]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 09 Dec 2017 14:00:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[persönliche Werte]]></category>
		<category><![CDATA[Reflexionen]]></category>
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					<description><![CDATA[Im Zuge der Aktion der Künstlergruppe &#8220;Zentrum für Politische Schönheit&#8221; habe ich oft die Aussage gelesen, dass die Beton-Stelen des Holocaust-Mahnmals in Berlin hässlich sind. Ich habe gedacht, diese Menschen würden die Symbolik dahinter meinen, da ich als Berlinerin die Stelen nie als hässlich empfunden habe und bei oberflächlicher Überlegung nie darauf gekommen bin, dass...]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Im Zuge der Aktion der Künstlergruppe &#8220;Zentrum für Politische Schönheit&#8221; habe ich oft die Aussage gelesen, dass die Beton-Stelen des Holocaust-Mahnmals in Berlin hässlich sind. Ich habe gedacht, diese Menschen würden die Symbolik dahinter meinen, da ich als Berlinerin die Stelen nie als hässlich empfunden habe und bei oberflächlicher Überlegung nie darauf gekommen bin, dass die Menschen diese Aussage auch so wörtlich gemeint haben könnten. Ich habe diese Aussage als Verharmlosung der historischen Tatsachen oder als Zeichen des Antisemitismus betrachtet. Als ich jedoch eine ähnliche Aussage von einer Person hörte, die ich gut kannte, war ich zunächst schockiert, habe jedoch bei der Diskussion dann verstanden, dass diese Aussage sich tatsächlich auf den empfunden Schönheitsaspekt bezieht.<span id="more-635"></span></p>
<p>Ich will mit diesem Artikel erklären, warum das Holocaust-Mahnmal in Berlin nicht hässlich und in dieser Darstellungsform absolut perfekt ist.</p>
<p>Ich habe das Holocaust-Mahnmal in Berlin mehrmals besucht und gesehen, doch auch bevor ich vor Ort die Beton-Stelen zu Gesicht bekommen habe und nur Bilder kannte, habe ich sie nie als hässlich empfunden. Warum auch? Sie sind ein Denkmal für die ermordeten Juden Europas und erinnern an Grabsteine. Wer auf einem Friedhof war, wird ein Meer aus grauen Grabsteinen in Erinnerung haben, die meisten in gleicher Form und Größe. Einige wenige haben andere Formen, andere Farben, andere Größen, eine andere Beschaffenheit, aber was sie alle verbindet, ist, dass sie Erinnerungen an gelebte Menschen hervorrufen und dem Verstorbenen eine Identität geben sollen.</p>
<p>Und genau diese Funktion erfüllt das Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin- und weit mehr.</p>
<p>Wer zwischen den Gängen des Holocaust-Mahnmals mit dem welligen Boden war, wer vor dem Holocaust-Mahnmal an der Cora-Berliner-Straße stand, diese Person wird die Beton-Stelen als Grabsteine wahrnehmen können. Sie sind grau, sie sind schlicht, sie sind klein, sie sind groß und sie sind nicht beschriftet. Gerade weil das Holocaust-Mahnmal so konzipiert ist, wie es derzeit zu sehen ist, erzielt es seine Wirkung am besten. Die Beton-Stelen erinnern uns an Grabsteine, an die Juden, die unter der grausamen und menschenverachtenden Herrschaft der Nationalsozialisten ermordet wurden. Es sind nur 2711 Beton-Stelen und doch wird uns die Grausamkeit an die unzähligen unschuldigen Menschenleben mit einer Wucht vor Augen geführt, wie kein anderes später konstruiertes Denkmal es wahrscheinlich je schaffen würde.</p>
<p>Ich bin in Berlin aufgewachsen. Ich habe viele Sehenswürdigkeiten und Denkmäler in Berlin gesehen. Brandenburger Tor, Siegessäule, Mauerbruchstücke, Fernsehturm, mit dem Fahrrad von Kreuzberg aus nach Alex, Potsdamer Platz, Kudamm, Checkpoint Charlie bis hin zum Schloss Sanssouci. Den Hackescher Markt, die Museumsinsel, den Gendarmenmarkt, den Teufelsberg, das Sinti und Roma Denkmal und einige Orte der Berliner Unterwelten habe ich besucht. Aber in meinen Augen ist das Holocaust-Mahnmal in Berlin das schönste und beeindruckendste Konstrukt mit der gewaltigsten Wirkung auf BesucherInnen in ganz Berlin- vielleicht in ganz Deutschland.</p>
<p>Ich habe diesen Ort bei Tage besucht, habe ihn im Zwielicht bewundert und in der Dunkelheit habe ich in den Gängen als Jugendliche zwischen den Beton-Stelen Verstecken gespielt.</p>
<figure id="attachment_648" aria-describedby="caption-attachment-648" style="width: 1169px" class="wp-caption aligncenter"><a href="http://blog.skythief.de/wp-content/uploads/2017/12/Holocaust-Mahnmal.jpg" target="_blank" rel="noopener"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-648 size-full" src="http://blog.skythief.de/wp-content/uploads/2017/12/Holocaust-Mahnmal.jpg" alt="" width="1169" height="385" srcset="http://blog.skythief.de/wp-content/uploads/2017/12/Holocaust-Mahnmal.jpg 1169w, http://blog.skythief.de/wp-content/uploads/2017/12/Holocaust-Mahnmal-300x99.jpg 300w, http://blog.skythief.de/wp-content/uploads/2017/12/Holocaust-Mahnmal-768x253.jpg 768w, http://blog.skythief.de/wp-content/uploads/2017/12/Holocaust-Mahnmal-1024x337.jpg 1024w" sizes="(max-width: 1169px) 100vw, 1169px" /></a><figcaption id="caption-attachment-648" class="wp-caption-text">Links: <u><a href="https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/41/Holocaustmahnmal%2C_vor_Tiergarten_%28Detail%29.jpg" target="_blank" rel="noopener">Einige Stelen aus der Nähe, im Hintergrund der Tiergarten</a></u> von Anteeru. Lizenz: <u><a class="extiw" title="w:en:Creative Commons" href="https://en.wikipedia.org/wiki/en:Creative_Commons" target="_blank" rel="noopener">Creative Commons</a> <a class="external text" href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en" target="_blank" rel="nofollow noopener">Attribution-Share Alike 3.0 Unported</a></u>; unverändert; Die Originaldatei ist <u><a href="https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/41/Holocaustmahnmal%2C_vor_Tiergarten_%28Detail%29.jpg" target="_blank" rel="noopener">hier</a></u> zu finden. Rechts: <u><a href="https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/7/72/Memorial_by_night.jpg" target="_blank" rel="noopener">Memorial to the Murdered Jews of Europe by night</a></u> von Mattias e johansson. Lizenz: <u><a class="extiw" title="w:en:Creative Commons" href="https://en.wikipedia.org/wiki/en:Creative_Commons" target="_blank" rel="noopener">Creative Commons</a> <a class="external text" href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en" target="_blank" rel="nofollow noopener">Attribution-Share Alike 3.0 Unported</a></u>; unverändert; Die Originaldatei ist <u><a href="https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/7/72/Memorial_by_night.jpg" target="_blank" rel="noopener">hier</a></u> zu finden,</figcaption></figure>
<p>Es kann darüber diskutiert werden, ob dieses Verhalten angebracht ist. Ich weiß nur, dass das Holocaust-Mahnmal für mich eine präsente Erinnerung an den Holocaust ist. Es erinnert uns an eine Geschichte, die nicht vergessen werden darf. Es ist ein Mahnmal an eine Tat, die unter allen Umständen nicht wiederholt werden darf. Das Holocaust-Mahnmal verbindet uns emotional mit den ermordeten Menschen.</p>
<p>Ich hoffe, ihr seht mir nach, wenn ich wütend werde, wenn jemand das Holocaust-Mahnmal als hässlich bezeichnet. Für mich als Berlinerin ist das Holocaust-Mahnmal der schönste Diamant, den die Stadt bieten kann. Es ist Sinnbild der Menschlichkeit, sowohl ihrer Grausamkeit als auch ihrer Fähigkeit, sich durch Empathie mit anderen Menschen über Raum und Zeit zu verbinden. Es ist das Herz meiner Stadt, welche so eine Aussage als Beleidigung wahrnimmt.</p>
<p>Beitragsbild: <u><a href="https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/58/Memorial_Murdered_Jews_of_Europe_Panorama.JPG">Panorama view Memorial to the Murdered Jews of Europe in Berlin</a></u> von Quid pro quo. Lizenz: <u><a href="https://en.wikipedia.org/wiki/de:Creative_Commons">Creative-Commons</a>-Lizenz <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de">„Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 nicht portiert“</a></u>; unverändert; Die Originaldatei ist <u><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Memorial_Murdered_Jews_of_Europe_Panorama.JPG">hier</a></u> zu finden.</p>
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		<title>Starke historische Frauen in Buch &#038; Film: Good Night Stories for Rebel Girls &#8211; 100 außergewöhnliche Frauen</title>
		<link>http://blog.skythief.de/2017/11/05/starke-historische-frauen-in-buch-film-good-night-stories-for-rebel-girls-100-aussergewoehnliche-frauen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Mariam Al Bayati]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 05 Nov 2017 13:02:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Filme]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[persönliche Werte]]></category>
		<category><![CDATA[Reflexionen]]></category>
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					<description><![CDATA[Nachdem ich so viel Positives in der Buchbloggerszene über das Buch &#8220;Good Night Stories for Rebel Girls &#8211; 100 außergewöhnliche Frauen&#8221; gelesen habe, bin ich zur nächsten Buchhandlung gegangen, um mir das Buch einmal genauer anzuschauen. Es dauerte keine Minute und ich hatte mich Hals über Kopf in das Buch verliebt! Hier werden 100 Frauen...]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Nachdem ich so viel Positives in der Buchbloggerszene über das Buch &#8220;Good Night Stories for Rebel Girls &#8211; 100 außergewöhnliche Frauen&#8221; gelesen habe, bin ich zur nächsten Buchhandlung gegangen, um mir das Buch einmal genauer anzuschauen. Es dauerte keine Minute und ich hatte mich Hals über Kopf in das Buch verliebt!</p>
<p>Hier werden 100 Frauen der unterschiedlichsten Zeitalter und Ethnien&nbsp;von unterschiedlichen Künstlerinnen porträtiert, mit einem kurzen Text auf der linken Seite und einer Abbildung auf der rechten Seite. Es werden Frauen aus ferner Vergangenheit aufgegriffen wie die Jingū, eine Kaiserin Japans, aber auch jüngere Heldinnen unserer Zeit wie Yusra Mardini, eine syrische Schwimmsportlerin, die 2016 mit der ersten Flüchtlingsmannschaft an den Olympischen Sommerspielen teilnahm.</p>
<p>Neben berühmten Frauen wie Amelia Earhart, Marie Curie und Virginia Woolf finden viele weitere Frauen Erwähnung, die ich zwar kannte, aber deren Leistungen ich spontan nicht ausreichend gewürdigt hätte: Julia Child, Coco Chanel, Maria Montessori, Nina Simone um hier nur ein paar zu nennen.<span id="more-611"></span></p>
<figure id="attachment_622" aria-describedby="caption-attachment-622" style="width: 1706px" class="wp-caption aligncenter"><a href="http://blog.skythief.de/wp-content/uploads/2017/11/Good-Night-Stories-for-Rebel-Girls.jpg" target="_blank" rel="noopener"><img decoding="async" class="wp-image-622 size-full" src="http://blog.skythief.de/wp-content/uploads/2017/11/Good-Night-Stories-for-Rebel-Girls.jpg" alt="" width="1706" height="416" srcset="http://blog.skythief.de/wp-content/uploads/2017/11/Good-Night-Stories-for-Rebel-Girls.jpg 1706w, http://blog.skythief.de/wp-content/uploads/2017/11/Good-Night-Stories-for-Rebel-Girls-300x73.jpg 300w, http://blog.skythief.de/wp-content/uploads/2017/11/Good-Night-Stories-for-Rebel-Girls-768x187.jpg 768w, http://blog.skythief.de/wp-content/uploads/2017/11/Good-Night-Stories-for-Rebel-Girls-1024x250.jpg 1024w" sizes="(max-width: 1706px) 100vw, 1706px" /></a><figcaption id="caption-attachment-622" class="wp-caption-text">Illustrationen aus dem Buch &#8220;Good Night Stories for Rebel Girls &#8211; 100 außergewöhnliche Frauen&#8221; von Elena Favilli &amp; Francesca Cavallo. Von links nach rechts: Amna Al Haddad illustriert von Eline van Dam, Maria Sibylla Merian illustriert von Amanda Hall und Wilma Rudolph illustriert von Alice Barberini.</figcaption></figure>
<p>&#8220;Good Night Stories for Rebel Girls&#8221; hat viele Aspekte, die mir besonders gefallen. Ganz besonders hervorheben möchte ich die Anzahl an nicht-weißen Frauen in diesem Buch. Das Verhältnis zwischen weißen und nicht-weißen Frauen ist annähernd 50:50. Was daran so besonders ist? Es ermöglicht uns allen, uns auch die Errungenschaften nicht-weißer Frauen vor Augen zu führen und ihre Namen und Gesichter zu verinnerlichen. Dieser Punkt ist mir besonders im Bezug zu der jüngeren Generation wichtig, denn ich möchte in der Lage sein, Kindern zu jedem Zeitpunkt Namen und Errungenschaften von Frauen anderer Kulturkreise wie aus der Pistole geschossen auflisten zu können. Ich will nicht lange darüber nachdenken oder gar erst recherchieren müssen, um erst später Kindern solche Frauen zeigen zu können. Ich finde, es gehört zu unserer Verantwortung, in der Lage zu sein, Kindern ähnlich viele weibliche und männliche PionierInnen näher zu bringen, wenn wir eine aufgeklärte und mündige Gesellschaft anstreben.</p>
<p>Ich habe sofort einer Freundin von dem Buch vorgeschwärmt und ihr einige Bilder gezeigt. Wie es aussieht, werden sich demnächst zwei weitere junge Mädchen zu den Glücklichen zählen, dieses wunderbare Buch zu besitzen. Ferner meinte diese Freundin, dass einige geflüchtete Klientinnen, mit denen sie als Heilerziehungspädagogin arbeitet, sich auch darüber freuen könnten.</p>
<p>Ich habe mich gefragt, inwieweit dieses Buch auch für Jungs interessant sein könnte. Sollten wir dieses Buch auch Jungs schenken? Wären sie daran interessiert, obwohl keine männlichen Vorbilder darin zu finden sind? Was meint ihr dazu? Hat irgendjemand vielleicht schon Erfahrungen dazu?</p>
<p>Beim Lesen der porträtierten Frauen habe ich mich gefragt, welche ihrer Geschichten es in Filme geschaft haben. Ich rede nicht von Dokumentarfilmen wie bei Jane Goodall oder einen Auftritt in einer berühmten Serie wie Amelia Earhart in <em>Star Trek: Voyager</em> oder als Schauspielerin wie die US-amerikanische Astronautin und die erste schwarze Frau im All Mae C. Jemison in <em>Star Trek: The Next Generation</em>. Ich wollte herausfinden, ob Filme existieren, deren Schwerpunkt auf dem Leben einer der im Buch aufgelisteten Frauen liegt und dieses in einer erzählerischen Form wiedergibt.</p>
<p>Ich bin auf <strong>10</strong> Filme gekommen, die ins deutsche übersetzt wurden und wollte sie euch hier vorstellen, vielleicht auch als Anreiz, euch die Filme (wieder) anzuschauen.</p>
<p><em><strong>Amelia Earhart &#8211; erste Frau, die den Atlantik überflog: Amelia (2009)</strong></em></p>
<p style="text-align: center;"><iframe src="https://www.youtube-nocookie.com/embed/HwA3JXBwros?rel=0" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></p>
<p style="text-align: left;"><em><strong>Coco Chanel &#8211; Modeschöpferin: Coco Chanel &#8211; Der Beginn einer Leidenschaft (2009)</strong></em></p>
<p style="text-align: center;"><iframe loading="lazy" src="https://www.youtube-nocookie.com/embed/JTZlftr6XOA?rel=0" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></p>
<p><em><strong>Elisabeth I. &#8211; Königin von England: Elizabeth (1998)</strong></em></p>
<p style="text-align: center;"><iframe loading="lazy" src="https://www.youtube-nocookie.com/embed/DyGBwrtIamw?rel=0" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></p>
<p><em><strong>Frida Kahlo &#8211; mexikanische Malerin: Frida (2002)</strong></em></p>
<p style="text-align: center;"><iframe loading="lazy" src="https://www.youtube-nocookie.com/embed/Cxl_d9YWPj0?rel=0" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></p>
<p><em><strong>Jane Austen &#8211; britische Schriftstellerin: Geliebte Jane (2007)</strong></em></p>
<p style="text-align: center;"><iframe loading="lazy" src="https://www.youtube-nocookie.com/embed/mOhqqqREif8?rel=0" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></p>
<p><em><strong>Joan Jett &#8211; US-amerikanische Rockmusikerin: The Runaways (2010)</strong></em></p>
<p style="text-align: center;"><iframe loading="lazy" src="https://www.youtube-nocookie.com/embed/pHjL297uyWs?rel=0" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></p>
<p><em><strong>Julia Child &#8211; US-amerikanische Köchin und Kochbuchautorin: Julie und Julia (2009)</strong></em></p>
<p style="text-align: center;"><iframe loading="lazy" src="https://www.youtube-nocookie.com/embed/0yZmlgHqs44?rel=0" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></p>
<p><em><strong>Marie Curie &#8211; polnische Physikerin und Chemikerin und erste Nobelpreisträgerin: Marie Curie (2016)</strong></em></p>
<p style="text-align: center;"><iframe loading="lazy" src="https://www.youtube-nocookie.com/embed/q1gYCi8dogo?rel=0" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></p>
<p><em><strong>Sophie Scholl &#8211; deutsche Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus: Sophie Scholl – Die letzten Tage (2005)</strong></em></p>
<p style="text-align: center;"><iframe loading="lazy" src="https://www.youtube-nocookie.com/embed/PKRQHQtyn5A?rel=0" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></p>
<p><em><strong>Virginia Woolf &#8211; britische Schriftstellerin und Verlegerin: The Hours &#8211; Von Ewigkeit zu Ewigkeit (2002)</strong></em></p>
<p style="text-align: center;"><iframe loading="lazy" src="https://www.youtube-nocookie.com/embed/oD2whWFxxB4?rel=0" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></p>
<p>Es gibt drei weitere Filme, die leider in deutscher Sprache nicht verfügbar sind, von denen ich mir wünsche, die würden doch bald auch in deutscher Sprache erscheinen.</p>
<p>Die Brontë-Schwestern &#8211;&nbsp;drei britische Schriftstellerinnen: <u><a href="https://youtu.be/lC8VUfUb-hU" target="_blank" rel="noopener">To Walk Invisible</a></u> (2016)</p>
<p>Mary Kom &#8211; indische Boxerin: <u><a href="https://youtu.be/p5yvpAatpXI" target="_blank" rel="noopener">Mary Kom</a></u> (2014)</p>
<p>Maria Callas &#8211; Opernsängerin: <u><a href="https://youtu.be/6n_f3-y7sW8" target="_blank" rel="noopener">Callas forever</a></u> (2002)</p>
<p>Habt ihr ein historisches weibliches Vorbild, dass ihr gerne verfilmt sehen würdet? Vielleicht wurde in &#8220;Good Night Stories for Rebel Girls&#8221; ja bereits von ihr berichtet. Wenn nicht, brauchen wir ja vielleicht ein Teil 2 von &#8220;Good Night Stories for Rebel Girls&#8221; ;D Mir fehlt z.B. Simone de Beauvoir.</p>
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			</item>
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		<title>Der stille Rückzug: Ein Erfahrungsbericht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Mariam Al Bayati]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Oct 2017 20:18:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[persönliche Werte]]></category>
		<category><![CDATA[Reflexionen]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
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					<description><![CDATA[Vor kurzem habe ich das Buch „Islam in der Krise: Eine Weltreligion zwischen Radikalisierung und stillem Rückzug“ von Dr. Michael Blume gelesen. Dieser Beitrag ist keine Rezension des Buches sondern eine Beschreibung des stillen Rückzugs der Muslime, den Dr. Blume in seinem Buch thematisiert. Ich kann jede Person, die Interesse an dem Thema hat und...]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Vor kurzem habe ich das Buch „<u><a href="http://www.patmos.de/islam-in-der-krise-p-8817.html">Islam in der Krise: Eine Weltreligion zwischen Radikalisierung und stillem Rückzug</a></u>“ von <u><a href="https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/">Dr. Michael Blume</a></u> gelesen. Dieser Beitrag ist keine Rezension des Buches sondern eine Beschreibung des <em>stillen Rückzugs</em> der Muslime, den Dr. Blume in seinem Buch thematisiert. Ich kann jede Person, die Interesse an dem Thema hat und öfter über die Thematik diskutiert, empfehlen, das 192seitige Buch zu lesen.</p>
<p><em>„Warum dieser Beitrag?“</em> werden sich einige fragen. In einer Diskussion mit einigen Nicht-Muslim<em>innen nach der Bucherscheinung ist mir zum ersten Mal richtig klar geworden, dass die meisten Nicht-Muslim</em>innen sich nicht darüber im Klaren sind, wie sehr Muslim<em>innen im Alltagsleben ihren religiösen „Pflichten“ nachgehen- bzw. den Vorstellungen von islamischen Vorschriften <em>eben nicht nachgehen</em>. Mir ist aufgefallen, dass die meisten Nicht-Muslim</em>innen davon ausgehen, die meisten Religiösen würden tatsächlich ihren täglichen fünf Gebeten nachgehen, was mir ziemlich abstrus erschien. Denn ich kenne niemanden aus meiner und der noch jüngeren Generation, die diese religiösen Verordnungen so rigoros einhalten. Mehr als die Hälfte meines Bekanntenkreises betet sehr unregelmäßig im Monat, viele gar nicht mehr. Und wie sieht es mit den weiteren Pflichten aus? Um dies den Leuten zu verdeutlichen, wollte ich gerne diesen Beitrag schreiben und Dr. Blumes Erläuterungen zum <em>stillen Rückzug</em> der Muslim*innen genauer beschreiben und mit weiteren Beispielen weiter ausführen. Eine Freundin, die das Buch ebenfalls gerade liest, hat mir mit dem Text und vielen weiteren Beispielen aus ihren eigenen Erfahrungen und ihren Beobachtungen geholfen. <span id="more-592"></span></p>
<p>Falls Ihr Fragen oder selber besondere Erfahrungen oder Beobachtungen gemacht habt, die eurer Meinung nach in diese Liste gehören, schreibt mir diese doch, indem ihr mir im Kommentarbereich eine Nachricht hinterlasst.</p>
<p>Für die Nicht-Muslim*innen unter euch: Hier ist kein Platz für Rassismus, Sexismus oder Religionsfeindlichkeit. Bleibt offen, konstruktiv und dem Grundgesetz treu, andernfalls werden Kommentare nicht freigeschaltet.</p>
<p>Für die Muslim<em>innen unter euch: Auch euch bitte ich um Offenheit und Konstruktivismus. Bitte versteht diesen Text nicht als Angriff auf eure Religion. Er dient lediglich als ein Erfahrungsbericht einer Person, welche die Entwicklungen innerhalb der muslimischen Gemeinde beschreiben und einen Einblick in das Alltagsleben der Muslim</em>innen geben möchte. Ich finde nämlich, dass Nicht-Muslim*innen ein zu pauschales und abstraktes Bild von einer viel zu diversen Gruppe haben, als das dieses weiterhin in den Köpfen dieser Menschen existieren dürfte.</p>
<p><strong>&nbsp;</strong></p>
<p>Ich habe zu den verschiedenen Themen einige Punkte zu meinen Beobachtungen aus der muslimischen Gemeinde niedergeschrieben, welche meiner Ansicht nach den stillen Rückzug der Muslim*innen gut beschreiben.</p>
<p><strong>&nbsp;</strong></p>
<p><strong><u>Gebet:</u></strong></p>
<p><em>Ich kenne aus meinem Bekanntenkreis aus meiner oder gar der jüngeren Generation nicht mal mehr eine Handvoll Menschen, die regelmäßig beten.</em></p>
<ul>
<li>viele beten gar nicht mehr</li>
<li>viele beten nur noch selten (vielleicht ein paar Mal im Jahr, aber nachdem die guten Vorsätze vom regelmäßigen Beten wieder mal in der Tonne gelandet sind, werden die schlechten Gewissensbisse für das Nichteinhalten der Vorsätze eine Weile zum ständigen Begleiter)</li>
<li>einige gehen nach der Aufforderung der Eltern zum Gebet ins Zimmer, schließen die Tür und tun später so, als ob gebetet wurde</li>
<li>bei Anwesenheit anderer Personen (z.B. Gemeinschaftsgebete) stellen sich einige tatsächlich hin und machen die Gebetsbewegungen, aber ohne in Gedanken beim Gebet zu sein</li>
</ul>
<p><strong><u>Fasten:</u></strong></p>
<p><em>Auch beim Fasten kenne ich inzwischen sehr wenige, die im Ramadan konsequent fasten. Was oft passiert:</em></p>
<ul>
<li>bei jeder sich ergebenden Gelegenheit doch etwas trinken, z.B. im Badezimmer etwas Wasser vom Wasserhahn</li>
<li>in der Stadt Gebiete aufsuchen, die i.d.R. nicht von Bekannten und Verwandten aufgesucht werden (z.B. Berlin-Marzahn), um da etwas zu essen</li>
<li>Während der Menstruation ist es Frauen „nicht gestattet“ zu fasten, da sie als „unrein“ gelten
<ul>
<li>da werden z.B. aus den 4 Menstruationstagen mal eben locker 7 Tage</li>
<li>dennoch bewahren viele Frauen aus Schamgefühl den Schein, zu fasten</li>
</ul>
</li>
<li>neben der Menstruation gibt es weitere Phasen, in denen Menschen nicht fasten können oder sollten, z.B. bei (chronischen) Erkrankungen, Stillzeit, kurzfristigen Reisen
<ul>
<li>dennoch werden aus Gründen der Scham, der Repräsentation und des gesellschaftlichen Drucks betroffene Menschen dazu angehalten, den Schein zu wahren. Dies hat negative Folgen, wenn Menschen trotz berechtigten Gründen erfahren, dass hier weniger Wert auf Religion als vielmehr auf Schein gelegt wird.</li>
</ul>
</li>
<li>bei Prüfungen und Sport wird oft nicht gefastet</li>
</ul>
<p><strong><u>Moscheen:</u></strong></p>
<p><em>Auch hier gilt: aus meinem Bekanntenkreis finden sich kaum noch Menschen, die zur Moschee gehen. Hierfür finden sich verschiedene Gründe, besonders für Frauen:</em></p>
<ul>
<li>die Sitzgelegenheiten und Räumlichkeiten für Frauen sind i.d.R. kleiner und unbequemer als die für Männer</li>
<li>Trotz kleinerer Räumlichkeiten werden Kinder von den Müttern bzw. Frauen betreut. Das hat Folgen: Für Kinder in einem gewissen Alter gehört es nun mal dazu, sich zu bewegen, zu toben und laut zu sein. In den bereits schon kleineren Räumlichkeiten kann das Toben der Kinder sehr unangenehm und peinlich für die erziehende Person werden. Aus Gründen der empfundenen Peinlichkeit und der fehlenden religiösen Atmosphäre gehen Mütter und Frauen nicht mehr gerne zur Moschee. Denn wieso auch, wenn der Moscheebesuch kein Ort der Religiosität und kein Raum für gesellschaftlichen Anschluss mit anderen Religiösen bietet und nur zu einem weiteren Ort der Kinderbetreuung mutiert?</li>
<li>selten werden Programme und Angebote wie Reisegruppen, Kulturaustausch, Tagesausflüge, Lesungen etc. angeboten</li>
<li>die meisten Moscheen sind nicht barrierefrei:
<ul>
<li>oft befindet sich die Moschee selbst in einem Gebäude (meist ohne Aufzug) in den oberen Etagen</li>
<li>gelegentlich befinden sich die Räumlichkeiten für Frauen innerhalb der Moschee wiederum selbst auf einer erhöhten Etage, die nur mit Treppen zu erreichen ist</li>
</ul>
</li>
<li>Sitzmöglichkeiten auf dem Boden sind nicht jedermanns Sache: sie sind unbequem und für manche wegen Kniebeschwerden schwer zu ertragen</li>
<li>Obwohl Frauen oft bei den Essensvorbereitungen massiv mithelfen, wenn nicht sogar die einzigen sind die die Arbeit machen, indem sie z.B. schon zu Hause etwas für die Moscheenbesucher zubereiten, wird ihnen das Essen i.d.R. nach den Männern serviert und oft passiert es, dass dadurch das Essen für die Frauen und Kinder dann knapp wird!</li>
<li>Frauen, die kein Kopftuch tragen, müssen in fast allen Moscheen beim Besuch ein Kopftuch tragen, sei es aus gesellschaftlichem Druck, wegen Repräsentationsgründen, aus Angst vor einem schlechten Ruf oder aufgrund tatsächlicher Vorgaben der Moschee</li>
</ul>
<p><strong><u>Verlobung, Hochzeit und das ganze Chaos Drumherum:</u></strong></p>
<p>Das ist ein sehr komplexes Thema, bei dem fast jeder hier in Deutschland lebende religiöse Mensch einzigartige, auf andere Personen schwer übertragbare Erfahrungen macht. Ich kann nur einiges hier umreißen. Weitere Erfahrungen könnt Ihr mir gerne im Kommentarfeld weiter unten schreiben, damit ich sie hier in die Liste aufnehmen kann.</p>
<p>In Deutschland haben sich viele unterschiedliche Möglichkeiten entwickelt, wie Muslim*innen mit der „Problematik“ umgehen, wenn sie meinen, eine Person „gefunden“ zu haben, die sie gerne näher kennenlernen und mit der sie evtl. zusammenkommen möchten. Nicht zuletzt haben diese diversen Möglichkeiten ihren Ursprung in der akzeptierten Herangehensweise bzw. der „Tradition“ der jeweiligen Familien selbst. Ich sage hier Tradition der jeweiligen <u>Familien</u>, weil ich erlebt habe, dass es nicht nur gravierende Unterschiede zwischen den ethnischen Gruppen (z.B. türkisch vs. irakisch vs. marokkanisch vs. persisch etc.) und den verschiedenen Konfessionen gibt, sondern auch Unterschiede zwischen regionalen Gruppierungen aus dem „ursprünglichen Heimatland“ und gar alte und neue, erst hier in Deutschland entwickelte Familientraditionen aka Wünsche existieren. Sogar innerhalb einer Familie können so verschiedene Herangehensweisen auftreten.</p>
<p>Bei einigen muslimischen Familien gibt es „zwei“ Arten von „Hochzeiten“. Warum die Anführungszeichen? Nun, das ist etwas kompliziert, aber um das einfach auszudrücken, handelt es sich bei diesen zwei Arten um etwas Ähnliches wie eine Verlobung und eine „richtige“ Hochzeit. Bei einigen (vielen?) Muslim*innen existiert das sogenannte Katb el-Kitab. Einige handhaben es wie eine gewöhnliche Verlobung nach einer vorangegangen, langen Kennenlernzeit mit einer darauf folgenden Hochzeit.</p>
<p>In anderen Familien ist es nicht gerne gesehen, dass sich zwei Menschen nahe kommen und alleine unterwegs sind, ohne dass bereits schon zu Beginn etwas vereinbart wurde. Um eine „Anstandsdame“ zu vermeiden, wird ein islamischer Ehevertrag unterschrieben, der Katb el-Kitab. Diese islamische Form der Ehe hat in Deutschland meines Wissens keine rechtliche Gültigkeit, wenn sie hier in Deutschland durchgeführt wurde. Der Katb el-Kitab ermöglicht in dem oben beschriebenen Fall den zwei Menschen, sich relativ frei und ohne Aufsicht zu bewegen, ohne dass andere über sie und ihre Verbindung „unangemessene“ Mutmaßungen anstellen können…</p>
<p>Hier kommt nun eine weitere Unterdifferenzierung. Während einige Familien den Katb el-Kitab als eine Art Verlobung sehen, bei der Sex-vor-der-Ehe oder das Zusammenwohnen nicht mitinklusive sind, sehen andere Familien den Katb el-Kitab als eine vollwertige Eheschließung mit All-Inclusive an. Wieder andere verstehen unter dem Katb el-Kitab eine Art „kleine Hochzeit“ mit den engsten Verwandten als Gästen.</p>
<p>Die „eigentliche „richtige“ Hochzeit ist eine größere Feierlichkeit, bei der die Partner danach definitiv zusammen leben „dürfen“.</p>
<p>Weitere Mischformen existieren noch zusätzlich. Je nachdem, aus welchem ethnischen Kreis die Paare stammen oder gar nur einer der Partner, können Rituale aus dem ursprünglichen Herkunftsland in die Herangehensweisen und Feierlichkeiten miteinfließen, z.B. Sofreh Aghd bei den Persern.</p>
<p>Auf jeden Fall utilisieren viele (junge) Muslim*innen diese Herangehensweisen, um im Rahmen der vorherrschenden Religiosität ihrer (Sub-)Gemeinschaften der geliebten Person nahe sein zu können und weniger weil sie an eine religiöse Regelung glauben. Diese Herangehensweisen verkomplizieren das Zusammenkommen und Zusammensein mit einer Person, andererseits gehört für einige der Katb el-Kitab zu den wenigen Möglichkeiten, mit jemandem „offiziell“ zusammen zu kommen, ohne gleich „richtig“ heiraten zu müssen. Auch die älteren Familienmitglieder sind sich dieser Problematik bewusst. Weil sie Angst um ihr Ansehen innerhalb ihrer Gemeinschaft haben, versuchen auch sie das Zusammenleben ihrer Kinder in einen „religiös-offiziellen“ Rahmen zu kleiden und schauen oft bei Fehltritten der eigenen Kinder weg oder vertuschen sie. Weitere Beobachtungen:</p>
<ul>
<li>Partner*in hat nicht dieselbe Religionszugehörigkeit: einige versuchen es auf die „schnelle &amp; schmerzfreie“ Art, indem sie das erforderliche Glaubensbekenntnis nachholen, das darin besteht, den Satz „Es gibt keinen Gott außer Allah und Mohammed ist sein Prophet“ zu sagen. i.d.R. wird dieses Glaubensbekenntnis nirgendwo schriftlich dokumentiert. Dass dieses Glaubensbekenntnis meist ein „Lippenbekenntnis“ ist, wissen die meisten, auch die ältere Generation. Denn auch hier gilt: Die Eltern wollen meist den Schein innerhalb ihrer Gemeinschaft wahren und wünschen sich dieses Bekenntnis von dem/der andersgläubigen oder nicht-gläubigen Partner*in.</li>
<li>Wenn der/die andersgläubige oder nicht-gläubige Partner*in eigene Sitten bezüglich Eheschließungen hat, passiert es oft, dass unabhängig vom religiösen Teil der Familie eine weitere, gesonderte Hochzeit stattfindet, bei der z.B. auch Alkohol, Schweinefleisch etc. serviert werden</li>
<li>die gemeinsame Wohnung wird etwas fern der Verwandtschaft gesucht, damit nicht-religiöses Verhalten praktiziert werden kann und um dem Gefühl der ständigen Überwachung zu entkommen</li>
</ul>
<p><strong><u>Essen &amp; Trinken:</u></strong></p>
<p><em>Hier einige triviale Beobachtungen: </em></p>
<ul>
<li>Es interessiert Personen oft nicht, ob Fleisch entsprechend der religiösen Verordnungen geschlachtet wurde. Diese Regelung wird mal mehr, mal weniger streng ausgelegt.
<ul>
<li>einige achten darauf, ob sämtliches Fleisch mit Ausnahme von Fisch nach Vorschrift geschlachtet wurde</li>
<li>andere machen Ausnahmen bei Hähnchen</li>
<li>wieder andere sagen, es müsse in der heutigen Gesellschaft ausreichen, vor dem Essen um Gottes Segen zu bitten, dann spiele die Schlachtungsweise keine Rolle</li>
</ul>
</li>
<li>Schweine-Gelatine ist ein ambivalentes Thema
<ul>
<li>sehr wenige achten <em>konsequent</em> darauf, ob Schweineprodukte in ihrem Essen vorkommen. Die Einhaltung ist sehr mühsam, da dies von den Personen Kenntnisse der Nummern der Emulgatoren mit Schweineprodukten erfordert. Besonders schwierig wird die Einhaltung bei Süßigkeiten wie Gummibärchen xD</li>
<li>d.R. probieren Muslim*innen sich daran, aber den meisten ist die ständige Untersuchung des Kleingedruckten langfristig zu nervenaufreibend und bei Süßigkeiten machen noch mehr eine <strong>dicke</strong> Ausnahme</li>
<li>einige Muslim*innen meinen, Produkte, welche im selben Öl gebraten werden wie andere Schweineprodukte, seien ebenfalls verboten. Ähnlich wie bei den Süßigkeiten kümmert es die meisten auch hier nach einer Weile wenig, da das Essen mit Freunden in Fast-Food Läden und Restaurants zu schwierig wird</li>
</ul>
</li>
<li>Alkohol ist ein Thema für sich…probiert haben ihn die meisten Muslim*innen, auch (und gerade) die ältere Generation
<ul>
<li>oft passiert es, dass sich die Personen im Urlaub, fern der Heimat und der Bekanntschaft, über Cocktails an Alkohol ran tasten und irgendwann ihre Lieblingsgetränke wie Federweißer, Eiswein oder Pflaumenwein entwickeln</li>
<li>nach einer Nacht mit viel Alkohol bleiben die Nachkommen meist dem elterlichen Zuhause fern, um ihren Rausch auszuschlafen. Viele Eltern ahnen, warum, aber stellen keine Fragen, um den Schein zu wahren</li>
</ul>
</li>
</ul>
<p><strong><u>Kopftuch:</u></strong></p>
<p><em>Die Erfahrungen mit dem Kopftuch sind sehr divers. Ich werde sie nicht alle hier auflisten.</em></p>
<ul>
<li>einige Frauen, die das Kopftuch lange getragen haben, machen das irgendwann nur noch aus Gewohnheit
<ul>
<li>dies trifft vor allem auf die Anfangszeit von geflüchteten Menschen zu, in deren Heimatländern das Tragen des Kopftuchs die Regel oder gar eine Pflicht ist</li>
</ul>
</li>
<li>Fern der Bekannten wird im Urlaub das Kopftuch probeweise abgelegt. Nach einigen Wiederholungen wird das Kopftuch anschließend auch zu Hause ganz abgelegt</li>
<li>einige Frauen möchten ihr Kopftuch ausziehen, da sie nicht mehr an dessen religiöse Bedeutung glauben, tun dies aber aus verschiedenen Gründen (noch) nicht
<ul>
<li>ein naher Verwandter bekleidet eine wichtige Rolle innerhalb der religiösen Gemeinschaft und aufgrund von (eingebildetem) gesellschaftlichem Druck wird das Kopftuch beibehalten</li>
<li>eine Frau fürchtet eine gesundheitliche Gefährdung des Vaters, welcher eine lange Vorgeschichte von Herzinfarkten hat</li>
<li>eine Isolierung aus der bestehenden Gemeinschaft wird befürchtet, da die meisten befreundeten Frauen ein Kopftuch tragen</li>
</ul>
</li>
</ul>
<p><strong><u>Einfluss anderer Religionen und Philosophien:</u></strong></p>
<p><em>Eine interessante Entwicklung, die ich inzwischen bei vielen Muslim*innen beobachte:</em></p>
<ul>
<li>Philosophien anderer Kulturen insbesondere aus der buddhistischen Richtung werden Häppchenweise übernommen</li>
<li>viele kennen die historischen Ereignisse um den muslimischen Propheten nicht mal Ansatzweise. Kommt es irgendwann zu einer genaueren Auseinandersetzung und Recherche der historischen Schlachten, Kriegsführungen und Intrigen, sind viele schockiert.
<ul>
<li>„Diese kriegerische Seite des Islam kannte ich nicht und weiß nicht, wie ich sie mit meiner friedvollen Vorstellung meiner Religion in Einklang bringen kann.“ -&gt; führt dazu, dass sich diese Menschen eine „eigene“ Vorstellung ihrer Religion machen und gewisse Aspekte ihrer Religion ausklammern</li>
<li>Zusammenschustern von Islam und der friedvollen Seite des Christentums aka „Wenn dich einer auf die linke Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin“</li>
</ul>
</li>
<li>die meisten jungen Menschen sind es jedoch irgendwann müde, mit Muslim*innen und Nicht-Muslim*innen über Islam, die Ausübung von Pflichten etc. zu reden, zu diskutieren und sich zu rechtfertigen und ziehen sich langsam aus solchen Diskussionen zurück, finden Wege, diese Themen zu umgehen. Oft nicken sie alles ab, um ihre Ruhe zu haben.</li>
</ul>
<p>Mir ist klar, dass diese „Liste“ nur einen winzigen Abriss der diversen Verhaltensformen aufzeigt, wie sie im realen Leben viele Menschen unter den jeweiligen religiösen Lebensweisen erleben. All diese Verhaltensweisen sind ein Ausdruck des ständigen Erprobens und Anpassens junger Menschen, die dafür dazu gezwungen sind, mit verschiedenen Werten und Prinzipien in einer sich nur langsam verändernden Umgebung zu jonglieren.</p>
<p>Ich behalte mir vor, diese Liste in Zukunft weiter zu vervollständigen.</p>
<p>Ich danke Dr. Michael Blume für das tolle Buch „Islam in der Krise: Eine Weltreligion zwischen Radikalisierung und stillem Rückzug“. Auch für mich waren die darin beschriebenen Theorien und Erkenntnisse eine Bereicherung, die mich dazu inspirierten meine eigene Vergangenheit und Gegenwart aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.</p>
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		<item>
		<title>Fallschirmsprung trotz Höhenangst &#8211; Ein Erfahrungsbericht: Skythief mal anders definiert</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Mariam Al Bayati]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 15 Sep 2015 10:41:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Abenteuer]]></category>
		<category><![CDATA[Lebensziele]]></category>
		<category><![CDATA[persönliche Werte]]></category>
		<category><![CDATA[Reflexionen]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<figure id="attachment_349" aria-describedby="caption-attachment-349" style="width: 1500px" class="wp-caption aligncenter"><a href="http://blog.skythief.de/wp-content/uploads/2015/09/finaldestination.jpg" target="_blank" rel="noopener"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-349 size-full" src="http://blog.skythief.de/wp-content/uploads/2015/09/finaldestination.jpg" alt="finaldestination Skydiving Tandemsprung" width="1500" height="526" srcset="http://blog.skythief.de/wp-content/uploads/2015/09/finaldestination.jpg 1500w, http://blog.skythief.de/wp-content/uploads/2015/09/finaldestination-300x105.jpg 300w, http://blog.skythief.de/wp-content/uploads/2015/09/finaldestination-1024x359.jpg 1024w" sizes="auto, (max-width: 1500px) 100vw, 1500px" /></a><figcaption id="caption-attachment-349" class="wp-caption-text">Bereit für einen Tandem-Fallschirmsprung? Final destination mal anders o_O!</figcaption></figure>
<p>Es begann alles mit einem Geburtstagsgeschenk für meinen jüngeren Bruder. Er hatte die Wahl zwischen zwei Möglichkeiten, eine davon war ein Tandem-Fallschirmsprung in/um Berlin. Das Angebot war verlockend für ihn, aber die Aussicht so ein Wagnis allein einzugehen, ließ ihn noch zögern. In diesem Moment seines Zögerns beging ich den Fehler, ihm anzubieten, mit zu springen. Dabei habe ich eigentlich Höhenangst! Höhenangst in dem Sinne, dass mir beim Anblick von Höhen die schlimmstmöglichen, entsetzlichsten, grausamsten Vorstellungen, wie ein Sturz schief gehen könnte, durch den Kopf schießen und mir wegen meiner eigenen Vorstellung schwindelig und übel wird.</p>
<p>Als ich ihm anbot, mitzumachen, habe ich sehr daran gezweifelt, dass ich vor meiner baldigen Abreise noch einen gemeinsamen Termin für einen Tandem-Fallschirmsprung in der Nähe finden könnte. Ich wollte ihn nur dazu bewegen, einfach Ja zu sagen, auch wenn ich nicht mitspringen würde, denn ich war schon überzeugt, dass ich nicht springen würde… aber da ich das Spiel begonnen hatte, musste ich es auch zu Ende spielen. Nach ein paar Recherchen und einem einzigen Anruf stand ich vor der Tatsache, dass in vier Tagen ein gemeinsamer Termin feststand Ein Rückzieher stand nicht mehr zur Option und irgendwie übte die Vorstellung, über den Wolken zu sein auch auf mich mit meiner Höhenangst eine Faszination aus, Nervenkitzel vorprogrammiert. <span id="more-348"></span></p>
<p>Bis zum Tag X wechselte meine Stimmung von positivem Aufgeregtsein, erwartungsvoller Neugier und weit in die Ferne gerichtetem Blick, voller grauenhafter Bilder vor dem inneren Auge.</p>
<p>Es war eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Ich bin überzeugt, ich habe es nur bis in den &#8220;Flieger&#8221; geschafft, weil ich mir zwanghaft Mut zugesprochen und meine Furcht mit albernen Aktionen und Posen überspielt habe:</p>
<figure id="attachment_351" aria-describedby="caption-attachment-351" style="width: 720px" class="wp-caption aligncenter"><a href="http://blog.skythief.de/wp-content/uploads/2015/09/skydiving_mutzusprechen.jpg" target="_blank" rel="noopener"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-351 size-large" src="http://blog.skythief.de/wp-content/uploads/2015/09/skydiving_mutzusprechen-1024x488.jpg" alt="skydiving_mutzusprechen" width="720" height="343" srcset="http://blog.skythief.de/wp-content/uploads/2015/09/skydiving_mutzusprechen-1024x488.jpg 1024w, http://blog.skythief.de/wp-content/uploads/2015/09/skydiving_mutzusprechen-300x143.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 720px) 100vw, 720px" /></a><figcaption id="caption-attachment-351" class="wp-caption-text">Ein Versuch, sich Tapferkeit einzureden: locker bleiben und wie ein Superheld posen! So tapfer, wie auf dem Bild zu sehen, habe ich mich eigentlich gar nicht gefühlt&#8230;</figcaption></figure>
<p>Und als ich in dem verdammten Flieger saß und die Luftlöcher dafür sorgten, dass mein Magen sich anfühlte, als ob er irgendwo da unten aufkrachen würde, habe ich in meinem Kopf nur noch laut geschrien &#8220;ICH WILL RAUS!&#8221;. Aber da mein Bruder hinter mir saß und ich ihm das Erlebnis nicht verderben wollte, habe ich mich echt zusammen gerissen T_T. Als wir über den Cumuluswolken waren, konnte ich nicht mehr nach draußen sehen und musste mich stattdessen auf die Gesichter der Insassen konzentrieren. Gut, dass ich unbewusst an diesem Morgen nichts gegessen hatte&#8230;</p>
<p>Tja, dann kam der Sprung, was soll ich dazu sagen? Für mich hat mein Leben in meinem Kopf genau da geendet. Ich kann mich nur noch bruchstückhaft daran erinnern, was ich während des Sprungs und des freien Falls gedacht habe: dass die Sonne mich kurz blendete; wie groß die Welt und wie klein und nichtig ich doch bin; wie die Erde am Horizont abgeflacht und abgerundet war und dass die Erde tatsächlich rund ist ;-p</p>
<figure id="attachment_352" aria-describedby="caption-attachment-352" style="width: 720px" class="wp-caption aligncenter"><a href="http://blog.skythief.de/wp-content/uploads/2015/09/skydiving_dersprung.jpg" target="_blank" rel="noopener"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-352 size-large" src="http://blog.skythief.de/wp-content/uploads/2015/09/skydiving_dersprung-1024x511.jpg" alt="skydiving_dersprung" width="720" height="359" srcset="http://blog.skythief.de/wp-content/uploads/2015/09/skydiving_dersprung-1024x511.jpg 1024w, http://blog.skythief.de/wp-content/uploads/2015/09/skydiving_dersprung-300x150.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 720px) 100vw, 720px" /></a><figcaption id="caption-attachment-352" class="wp-caption-text">Der Sprung aus dem Flieger. Sieht atemberaubend aus, aber ich muss gestehen, das war der schreckliste Moment, hier setzte mein Denken fast aus.</figcaption></figure>
<p>Kurz bevor unser Fallschirm geöffnet wurde, sind wir durch eine Cumuluswolke gerast und sie hat sich tatsächlich etwas feucht angefühlt.</p>
<figure id="attachment_353" aria-describedby="caption-attachment-353" style="width: 720px" class="wp-caption aligncenter"><a href="http://blog.skythief.de/wp-content/uploads/2015/09/skydiving_freierfall.jpg" target="_blank" rel="noopener"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-353 size-large" src="http://blog.skythief.de/wp-content/uploads/2015/09/skydiving_freierfall-1024x770.jpg" alt="skydiving_freierfall" width="720" height="541" srcset="http://blog.skythief.de/wp-content/uploads/2015/09/skydiving_freierfall-1024x770.jpg 1024w, http://blog.skythief.de/wp-content/uploads/2015/09/skydiving_freierfall-300x226.jpg 300w, http://blog.skythief.de/wp-content/uploads/2015/09/skydiving_freierfall.jpg 1511w" sizes="auto, (max-width: 720px) 100vw, 720px" /></a><figcaption id="caption-attachment-353" class="wp-caption-text">Ich wünschte, ich könnte meine Gefühle zu diesem Zeitpunkt beschreiben, aber die Worte dazu fehlen mir und auch sonst verwischt die Zeit viel zu schnell die Erinnerung an diese intensiven Gefühle.</figcaption></figure>
<p>Was danach folgte, war wunderschön. Vielleicht lag es an dem Adrenalin, vielleicht weil der freie Fall das erschreckendste war, da noch offen blieb, ob sich der Fallschirm auch wirklich öffnet, aber woran es auch lag, den Flug nach dem freien Fall habe ich sehr genossen. Dass ich Höhenangst hatte, habe ich in dem Moment ganz vergessen gehabt.</p>
<figure id="attachment_354" aria-describedby="caption-attachment-354" style="width: 720px" class="wp-caption aligncenter"><a href="http://blog.skythief.de/wp-content/uploads/2015/09/skydiving_landung.jpg" target="_blank" rel="noopener"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-354 size-large" src="http://blog.skythief.de/wp-content/uploads/2015/09/skydiving_landung-1024x511.jpg" alt="skydiving_landung" width="720" height="359" srcset="http://blog.skythief.de/wp-content/uploads/2015/09/skydiving_landung-1024x511.jpg 1024w, http://blog.skythief.de/wp-content/uploads/2015/09/skydiving_landung-300x150.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 720px) 100vw, 720px" /></a><figcaption id="caption-attachment-354" class="wp-caption-text">Wenn der Fallschirm sich öffnet und die Gewissheit da ist, dass das Leben noch nicht zu Ende ist und das Adrenalin auf dem höhchten Punkt ist: für mich der schönste Moment bei der ganzen Aktion!</figcaption></figure>
<p>Am Ende musste ich trotzdem feststellen, dass ich eine seeehr bodenständige Person bin :D</p>
<p>Was mir diese Erfahrung gebracht hat? Viel! In den Tagen, Wochen und Monaten danach habe ich gemerkt, wie viel Selbstbewusstsein und Lebensfreude so ein Tandem-Fallschirmsprung mit sich bringt. Besonders im Umgang mit schwierigen Situationen im Arbeitsleben habe ich viel Selbstbewusstsein entwickelt. Wenn ich schon so einen Sprung trotz der nackten Angst, die ich empfunden habe, gewagt und bestanden habe, was ist schon alles andere im Vergleich dazu? Ich habe zwar nach wie vor Höhenangst, aber mir kommt sie nicht mehr so schlimm vor und einen weiteren Tandem-Fallschirmsprung will ich auch noch machen, vielleicht auch Drachenfliegen mal ausprobieren!</p>
<hr>
<p>Ich habe mir oft die Frage gestellt, wie ich diese Aktion bloß geschafft habe. Neben der Erklärung, dass ich meinen Bruder nicht enttäuschen wollte, ist einer meiner besten Erklärungsversuche der, dass ich mich an den Tagen vor dem Sprung und am selbigen Tag zwanghaft an die positive Einstellung geklammert habe, welche ich seit Monaten versuche in jeder Situation zu haben. Ich habe entdeckt, dass es mir leichter fällt, Wagnisse einzugehen, wenn ich den Weg dahin und den Erfolg an sich dokumentiere:</p>
<ul>
<li>indem ich Menschen in meiner direkten Umgebung von meinem Vorhaben erzähle,</li>
<li>indem ich über Social Media wie Twitter meine Entscheidung öffentlich bekunde und mit anderen darüber rede,</li>
<li>indem ich Fotos bis zum Gelingen des Ziels mache,</li>
<li>indem ich die notwendigen Utensilien für das Gelingen des Ziels nach und nach kaufe</li>
<li>und indem ich ein chronologisches Erfolgsbuch führe.</li>
</ul>
<p>Ein Vorhaben bzw. eine Entscheidung öffentlich zu bekunden, bringt ein Verpflichtungsgefühl mit sich, das Vorhaben auch tatsächlich anzugehen und in die Tat umzusetzen.</p>
<p>Sich selbst was vorzugaukeln und sich zu betrügen ist leicht, aber die wenigsten Menschen wollen, dass andere einen als einen Drückeberger sehen oder als eine Person, die nur große Reden schwingt und sich nicht an das eigene Wort hält.</p>
<p>Ich merke auch, dass all diese Möglichkeiten einem helfen, sich einen Rückzug zu verbauen. Es wurden ja schließlich so viele Ressourcen in so ein Vorhaben investiert, sowohl von finanzieller Natur als auch an körperlicher und mentaler Arbeit. Das Führen eines Erfolgsbuchs ist ein zusätzlicher Anreiz, die eigenen Erfolge über die letzten Monate aufzulisten und diese später wieder in Erinnerung zu rufen. Ein Blick in sein Erfolgsbuch kann einem in schwierigen Situationen dabei helfen, sich wieder daran zu erinnern, wie weit man doch gekommen ist. Das kann sehr motivierend sein!</p>
<p>Was meint ihr dazu? Habt ihr andere Möglichkeiten und Wege, wie ihr euch dazu zwingt, eure Vorhaben oder eure Vorsätze in die Tat umzusetzen?</p>
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		<title>Mein persönlicher Kompass &#8211; nach dem #personalcompass von Joel Gardner</title>
		<link>http://blog.skythief.de/2015/07/28/der-persoenliche-kompass-nach-dem-personalcompass-von-joel-gardner/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Mariam Al Bayati]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Jul 2015 08:39:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Lebensziele]]></category>
		<category><![CDATA[persönliche Werte]]></category>
		<category><![CDATA[Reflexionen]]></category>
		<category><![CDATA[Uni-Leben]]></category>
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					<description><![CDATA[Der in diesem Artikel gezeigte #personalcompass ist ein von Joel Gardner inspiriertes Konstrukt. Es soll die für eine Person wichtigen persönlichen Werte und Ziele bildlich darstellen. In Anlehnung an Joels Darstellungsweise habe ich versucht, selbst einen persönlichen Kompass zu erstellen und habe dabei festgestellt, dass eine Visualisierung der eigenen Ziele und die Formulierung von Wegpunkten,...]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der in diesem Artikel gezeigte #personalcompass ist ein von <u><a href="http://joelleegardner.blogspot.de/" target="_blank" rel="noopener">Joel Gardner</a></u> inspiriertes <u><a href="http://joelleegardner.blogspot.de/2014/05/visualizing-my-values.html" target="_blank" rel="noopener">Konstrukt</a></u>. Es soll die für eine Person wichtigen persönlichen Werte und Ziele bildlich darstellen. In Anlehnung an Joels Darstellungsweise habe ich versucht, selbst einen persönlichen Kompass zu erstellen und habe dabei festgestellt, dass eine Visualisierung der eigenen Ziele und die Formulierung von Wegpunkten, welche zu der Erfüllung dieser Ziele führen, mir geholfen hat zu erkennen, was mein langfristiges Ziel ist und welche Tätigkeiten, Charaktereigenschaften oder Lebensbereiche zu der Erfüllung des Ziels beitragen können. <span id="more-302"></span><br />
Inwiefern der Kompass mir hilft? Ich habe diese Darstellung ausgedruckt und sowohl zu Hause als auch am Arbeitsplatz aufgehängt. Immer wieder schweift mein Blick darauf und erinnert mich daran, was ich für mein Leben als wichtig erachte und vor allem wo ich in dem Augenblick stehe. Ein Blick auf den Kompass in schwierigen Zeiten sorgt gewissermaßen dafür, dass ich wieder eine emotionale „Balance“ finde. Er führt mir vor Augen, dass für das Erreichen meines Ziels mehrere Komponenten wichtig sind. Bin ich z.B. frustriert, dass ich für den Augenblick mein momentanes Ziel nicht erreichen kann, hilft mir der Kompass zu erkennen, dass das Erreichen des momentanen Ziels nicht erzwungen werden kann, indem ich zu voreilig bin und mich zu sehr auf einen Punkt konzentriere, wobei die restlichen Wegpunkte vernachlässigt werden würden. Zudem ruft der Kompass mir in Erinnerung, dass das Erreichen eines momentanen Ziels eine kurzfristige Befriedigung bedeutet, wenn dabei andere Bereiche des Lebens vernachlässigt wurden. Aus meiner Sicht hilft der Kompass dabei einen Gesamtüberblick über die momentane Lebenssituation zu behalten, was sehr wichtig sein kann, um die eigenen Prioritäten richtig legen und weitere Entscheidungen richtig treffen zu können.</p>
<p>Kurze Info zur Erstellung eines persönlichen Kompasses:<br />
Der <strong>innere Kreis</strong> zeigt das Ziel im eigenen Leben. Es kann verschieden definiert werden: Glück, Erfolg, Anerkennung, etc.<br />
In dem <strong>mittleren Kreis</strong> sind die Eckpfeiler der eigenen Lebensbereiche dargestellt, in denen das Ziel, welches im inneren Kreis steht, erreicht werden soll.<br />
Der <strong>äußere Kreis</strong> stellt eine Aufzählung der Wegpunkte dar, seien diese wichtigen Charaktereigenschaften, Tätigkeiten oder andere Werte, durch deren Hilfe nach eigener Meinung das Ziel erreicht werden kann.</p>
<p>Bezüglich des inneren Kreises habe ich versucht, andere Bezeichnungen für das Lebensziel zu suchen, was mir jedoch schwerfiel. Aus meiner Sicht müsste der Begriff Glück <em>eigentlich</em> alles umfassen. Was meint ihr dazu? Ich wäre interessiert, welchen anderen Begriff ihr für euer Lebensziel auswählen würdet!</p>
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